Marens und Glaðurs kleiner Ratgeber zum Durchschnaufen

Marens und Glaðurs kleiner Ratgeber zum Durchschnaufen

(Diese Seite wird bei neuen Erkenntnissen editiert und geupdatet)

Ihr habt den Verdacht, das mit der Atmung Eures Pferdes etwas nicht stimmt und es hat gerade keine akute Atemwegserkrankung (>Tierarzt!)?

Dann geht mal mit Hilfe dieses groben Überblicks zum Thema chronische Atemwegserkrankungen auf Ursachenforschung.

1. Findet heraus, wo genau Euer Problem liegt.

Dafür braucht ihr die Hilfe eines Tierarztes oder eines sehr geübten (im Abhören) Tierheilpraktikers oder ähnlichem.
Für Behandlung und Training ist es wichtig zu wissen, ob das Pferd “nur” eine Kehlkopf/Luftröhrenreizung/Entzündung hat, ob die Bronchien betroffen sind oder ob wohl möglich die ganze Lunge voller Schleim ist.

Achtung Falle– wenn die Lunge ganz zu ist, hört man auch nichts, was zur Fehldiagnose „alles in Ordnung“ führen kann. Daher bei Zweifel immer(!) ein weiteres Abhören im Abstand von einer Woche vereinbaren.

Bittet darum, dass das Pferd an der Kehle und auf dem gesamten Lungenfeld, am Besten auch mit Abklopfen abgehört wird. Das eindeutigste Ergebnis bekommt man beim Abhören unter Belastung.

Dazu wird das Pferd warm gearbeitet und dann im Beisein des Tierarztes zügig galoppiert (wenn möglich), dann angehalten und direkt abgehört.

Der Tierarzt/Behandler wird Euch auch bei der Frage helfen ob es eine typische Allergie (z.B. auf Pollen vom Acker nebenan, ein bestimmtes Futtermittel, die Einstreu) handelt- in dem Fall wäre das Pferd nämlich sofort folgenlos gesund, sowie es gelingt den Auslöser zu vermeiden.

Oder ob es eine nach einer Infektion erworbenen Überempfindlichkeit gegen so ziemlich alles, was die Atemwege reizen kann, ist. (Stäube, Pilzsporen, Rauchpartikel etc)
Da man nicht alle diese Reize komplett dauerhaft entfernen kann, sind die betroffenen Pferde die typischen Chroniker, die dauerhaft mehr oder weniger Unterstützung benötigen.

Wer es ganz genau wissen will, kann auch eine Bronchoskopie machen lassen und dadurch die Vermutung, um was es sich handelt, sicher belegen lassen.

EDIT 17.05.2019

Um die Ecke denken– findet der Tierarzt keine typischen Ursachen, dann unbedingt auch osteopathisch untersuchen lassen- ich kenne jetzt schon zwei Pferde, bei denen es im Körper so geklemmt hat, das sie nur noch flach atmen konnten und darauf eine Atemwegserkrankung entwickelt haben, bzw. Symptome einer Atemwegserkrankung zeigten, die aber nicht ursächlich in den Atemwegen war. Jeder, der sich mal einen Nerv geklemmt hat, kann nachvollziehen, wie einem dabei durchaus mal die Luft wegbleiben kann- sprichwörtlich.

2. Kann ich selber schon mal gucken, ob mir was auffällt? Bzw. wie prüfe ich zwischendurch den Zustand der Atemwege meines Pferdes und entscheide ob und wie behandelt werden muss?

Welche Symptome sehe ich selber?

Das eindeutigste Symptom wäre Husten.

Wenn ja, was für ein Husten? Trocken und krampfig? Schleimig bellend? Ist der Husten immer gleich wenn er auftritt?

Wann tritt er auf- nur bei Belastung oder auch in Ruhe? Wenn er in Ruhe auftritt, was macht das Pferd dabei gerade?

Kein Husten (mehr) muss nicht unbedingt heißen, das das Problem abgeklungen ist -> nochmal abhören lassen im Zweifelsfall.

Hat das Pferd Schnodder in der Nase und wie sieht der aus?

Klar und dünnflüssig bis leicht fadenziehend ist immer in Ordnung.

Milchig weiß flüssig bis zäh bedeutet -wenn es keine akute Virusinfektion ist –  das die Schleimhäute der Atemwege gerade gereizt sind und vermehrt Schleim produzieren.

Diese Sorte Schleim in der Nase ist bei bekanntem chronischen Geschehen immer grundsätzlich „toll“, denn alles was davon vorne rausläuft, kann nicht gerade hinten in der Lunge mein Pferd zuschleimen.

Gelber Schnodder heißt immer das eine bakterielle Infektion vorliegt und der Tierarzt sollte zeitnah draufgucken, ob weitere Maßnahmen nötig sind.

Die Nüstern

Sind die Nüstern neutral oder immer weit gestellt? (Achtung, bei unseren Pelztieren kann das bei Winterfell an warmen Tagen auch einfach mal nur heißen, das dem Pferd warm ist, was aber ebenfalls bereits zu einer Belastung der Atmung führen kann)

Wenn sie bei neutralem Wetter dauerhaft weiter als neutral gestellt sind, dann bekommt das Pferd schlechter Luft.

Sieht man beim Pferd in Ruhe die Nüsternränder beim Atmen auf und zu gehen ohne das es gerade schnuppert? Auch das würde auf gesteigerte Atmung und potentielle Beschwerden hinweisen.

Bauch und Flanken

Man stellt sich schräg hinter das Pferd (wenn möglich, Sicherheit geht vor) und betrachtet den Bauch direkt vor dem großen Haarwirbel der am Übergang zur Hinterhand sitzt.

Wenn man da eine Weile hinschaut, sieht man, das sich der Bauch dort im Takt der Atmung bewegt.

Jetzt die Atemzüge pro Minute zählen, wenn das Pferd entspannt steht und an nichts schnuppert.

Standard-Atemfrequenzen für Pferde

erwachsenes Großpferd in Ruhe  8-16 Züge pro Minute
Pony in Ruhe  10-24 Züge pro Minute
Isländer in Ruhe 18 -24 Züge pro Minute

Hier noch ein praktisches Beispiel- Glaður mit freier Lunge und in Ruhe hat einen Wert von 24 Atemzügen pro Minute. Wenn er den Tierarzt hantieren sieht, hat er eine Ruhefrequenz von 44 Zügen pro Minute. Daran sieht man, das die momentane Gefühlslage da sehr mit ausschlaggebend ist.

Wenn der Atemwert nicht komplett jenseits von Gut und Böse in Ruhe ist, dann ist eigentlich die Qualität der Atmung deutlich wichtiger als das Tempo.

Wenn man den Bauch beim Atmen beobachtet, sieht man im Idealfall ein regelmäßiges, leichtes Auf und Ab.

Sieht man beim Ausatmen ein „pressen“, einen größeren Aufwand, ein Anspannen der Muskulatur, dann atmet das Pferd gegen Widerstand in den Atemwegen aus. Dieser Widerstand kann durch eine Verengung der Bronchien (Bronchospasmus – so ähnlich wie Asthma), der Luftröhre oder durch im Weg liegenden Schleim – oder beides- verursacht werden.

Im – und nach- Training

Wie atmet das Pferd unter Belastung?

Hört man ein Geräusch und wie klingt das? Tritt das Geräusch gleich auf oder erst wenn das Pferd ermüdet?

Ist der Tag warm und das Winterfell noch drauf?

Ist der allgemeine Trainingszustand schon dem Anspruch gewachsen?

Wird das Pferd ungewöhnlich schnell müde oder versucht es gar die Arbeit einzustellen?

Wie lange dauert es nach Belastung (also auch Galopp) bis der Atemwert wieder auf den vorher gezählten Ruhewert fällt?
Je länger es dauert, desto schlechter ist der Trainingszustand und eventuell die Atemsituation.

Diese ganzen Beochachtungen am Besten regelmäßig aufschreiben und gucken ob sich bei unterschiedlichen Wetterlagen und Belastungen etwas ändert.

Das Fallbeispiel: Glaður und was ihm geholfen hat.

Ausgangssituation:

Glaður hat natürlich hier geschrien und nicht nur einen leichten Lungenschaden nach verschlepptem Infekt, sondern zeitweise auch noch Bronchospasmen (asthmaartige Verengung der Bronchien) dazu. Diese kündigen die vorliegende Verschleimung quasi an.

EDIT: 17.05.2019 Bei Glaður waren die Bronchospasmen anscheinend auch von der Gemütslage abhängig. (Wechselnde Herdenzusammensetzung, unklare Rangordnung etc.) Und der Zustand des Stoffwechsels (Leber/Entgiftung) ist ganz wichtig. Er ist jetzt erst wieder dauerhaft stabil und bleibt auch so. Bronchospasmen sind jetzt seit gut 10 Monaten nicht mehr aufgetreten.

Seit des Zeitpunkts des Erkennens, das etwas eben doch nicht stimmt, wurde konsequent durchbehandelt und nicht das hüsteln auf “hat sich verschluckt”, “ist heute so trocken”, “der hat das halt manchmal” abgetan, sondern durchgehend (alternativ) weiterbehandelt BIS DER SCHLEIM AUS DEM PFERD WAR.

Er sprach wenig bis gar nicht auf die Medikamente Sputolysin und Ventiplus an.

EDIT 17.05.2019: Heute, nach 3 Jahren “Studium” zum Thema Pferdehusten allgemein und Glaður im Speziellen, weiß ich auch woran das liegen könnte. Glaður zeigte zu Beginn und während der Hauptphase seiner Erkrankung mehrere deutliche Zeichen einer Stoffwechselstörung und auch das Symptom Non-Responder (Pferd reagiert nicht oder zu schwach auf Medikamente) war Teil davon, wie ich heute weiß.

Glaður hustet auch stark verschleimt nur selten und nahezu niemals in Ruhe, sondern immer nur beim ersten Antraben, nach einem Bocksprung oder beim Aufstehen nach dem Wälzen.
Er hat eine ausgeprägte Staubempfindlichkeit zurückbehalten und kann deshalb schon beim Trüffeln im Sand stark husten. (Trockener Reizhusten)

Was uns geholfen hat und immer noch hilft:

Akupunktur– da er auf die Standardschleimlöser kaum ansprach, war dies die Rettung. Es hat wegen der starken Verschleimung sechs Sitzungen gebraucht, aber als der Schleim dann lief, dann kam er auch zügig.

Grundsätzlich gilt: Je länger das Problem schon besteht, desto länger dauert es auch, bis man es wieder los ist.

Hat er einen Schub, den ich mit den üblichen Maßnahmen nicht mildern kann, dann gibt’s einen Termin für eine Akupunktursitzung.

Inhalieren– zunächst mit Kochsalzlösung und ACC (vom Tierarzt), was den Schleimlöser dort hin brachte wo er wirken sollte- in die Lunge.
Jetzt nur noch mit physiologischer Kochsalzlösung.

EDIT 17.05.2019 : Er spricht sehr gut auf die Inhalation mit 2,5% Totes Meer Sole an. Diese wird nun als Kur alle 2 Tage im Wechsel mit NaCl inhaliert.

Täglich inhalieren und danach gleich bewegen. In hartnäckigen Fällen auch nach der Bewegung nochmal inhalieren.

Es dauert etwas, bis der Körper darauf anspricht, weil der zähe Schleim ja erstmal locker werden muss, aber man sieht schnell, dass das Abschnauben leichter fällt.

Ist der Atemzustand gut und über einen längeren Zeitraum auch ohne weitere Maßnahmen stabil, kann vorsichtig die Häufigkeit des Inhalierens verringert werden. Sowie sich der Ansatz von Schwierigkeiten einstellt, muss wieder täglich inhaliert werden.

Angepasste Bewegung –  Die Belastung sollte unbedingt an die individuelle Situation des Pferdes angepasst sein und man sollte (gerade bei akutem Geschehen) dafür grünes Licht vom Behandler einholen.

Grundsätze zum Bewegen, die immer gelten:

Bei einem akuten Infekt muss das Pferd Ruhe haben.

Hat das Pferd Bronchospasmen, darf man es bis zum Abklingen nur leicht bewegen und auf keinen Fall zu Höchstleistungen anfeuern- da das zu akuter Atemnot führen könnte.

Ist es „nur“ verschleimt, dann darf gearbeitet werden.
Nur im Galopp benutzt das Pferd seine komplette Lungenkapazität, deshalb ist das Ziel das Pferd allmählich so fit zu bekommen das es möglichst viel galoppieren kann.

Ist das Pferd noch nicht fit, das Wetter zu warm oder der Boden zu glatt, dann sind häufige Trab-Galopp Übergänge auch sehr effektiv, habe ich festgestellt. Beim Anspringen atmet das Pferd auch sehr tief ein.

Anforderungen langsam steigern.

Das Pferd darf weder klitschnass gearbeitet werden (was mit Winterfell echt schwierig sein kann) noch heftig pumpende Atmung zeigen.

Beides überfordert das belastete Herz-Lungen-System in dem Moment und ist kontraproduktiv.

Homöopathie – gabs für uns dazu, weil die Akupunkteurin Tierheilpraktikerin ist. Ich selber bin kein Fan davon, muss aber zugeben, dass wohl doch irgendwas wirkt, denn es geht ihm damit ja besser. 😉

Hier ist es wichtig, das man nicht irgendwelche Standardmittel einwirft, sondern ein erfahrener Therapeut das Pferd untersucht, Euch zu seinem Zustand befragt und dann seine Mittel genau nach der aktuellen Situation auswählt und die ggf. während des Verlaufs auch nochmal anpasst.

Dabei müsst ihr mithelfen. Ihr seht Eurer Pferd täglich/häufig. Schaut es genau an. Hat sich was an ihm verändert? Am Körper, im Befinden, mental? Jede Kleinigkeit und mag sie auch noch so banal erscheinen, aufschreiben. Wenn ihr das nächste Mal mit Eurem Therapeuten sprecht, dann berichtet über die Beobachtungen. Sie werden die Grundlage der Entscheidung sein, ob die Mittelgabe weitergeführt, verändert oder beendet wird. Ohne sinnvolles Feedback sinkt die Chance auf Heilungserfolg, da die Selbstheilungskräfte nur dann erfolgreich angesprochen werden, wenn man den aktuellen Zustand des Patienten berücksichtigt.

Einen guten Therapeuten erkennt man übrigens daran, das das Ziel immer ist, das Pferd so zu unterstützen, das es langfristig allein zurecht kommt. Es wird also keine ewige Dauerbehandlung angestrebt, wenn sich das irgendwie vermeiden lässt.

Kräuter – weniger ist mehr. Möglichst Einzelkräuter kurweise füttern oder fertige Mischungen mit so wenig Kräutern wie möglich wählen, sonst weiß man nicht was genau gerade wirkt.
Außerdem kann das Pferd auf einige Kräutermischungen allergisch reagieren und sich verschlechtern, dann weiß man bei großen Mischungen nicht worauf die Reaktion erfolgt.

Kräuter untereinander und auch Kräuter und Medikamente, bzw. Homöopathie können sich untereinander beeinflussen und aufheben. Daher eine Gabe zusätzlich zu einer laufenden Therapie immer mit Tierarzt oder THP absprechen.

Haltungsbedingungen – Offenstall hatten wir ja schon. Aber erst seit dem konsequenten Weglassen von Stroh (auch in der Umgebung des Paddocks) und der Umstellung von Heu auf Heulage (bedampft oder bewässert ist bei uns logistisch nicht machbar), ist es möglich lange stabile gesunde Phasen zu haben.
EDIT 26.06.2018 – Hier kann ich nun anmerken, das sich auch immer mal etwas ändern kann. Denn im Moment macht das angebotene Knabberstroh keinerlei Probleme.

EDIT 27.03.2019 – das Einstreuen des offenen Unterstands mit Stroh in den kalten Monaten hat zwar die Atemwege belastet (vermehrte Sekretion), aber nicht zu einem Schub geführt. Ebenfalls wird eine Mischfütterung von Heulage/Heu 1:1 gut toleriert. Außer inhalieren waren bisher keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Trotzdem würde ich persönlich sofort auf Stroh in der Haltung verzichten, wenn es möglich wäre – Staubquelle No. 1

EDIT 17.05.2019 Ruhe in der Gruppe. Kein Pferd verträgt Stress gut, aber Pferde mit Vorbelastung brauchen um so mehr eine ruhige, wenig wechselnde Herde mit klaren Verhältnissen um sich zu stabilisieren.

Geduld: Es dauert lange bis eine komplett verschleimte Lunge sich einmal komplett gereinigt hat. Sechs bis Acht Monate!
(Weswegen die “wir geben mal 2 Wochen Schleimlöser und gut ist”-Methode bei einer starken Verschleimung sinnlos ist. ) Deshalb gilt hier dranbleiben bis nicht nur die Symptome weg sind, sondern bis die Lunge bei mehreren aufeinanderfolgenden Terminen mit Abhören frei klingt.

EDIT 17.05.2019

Den Stoffwechsel nicht vergessen

Meistens ist auch der in den Knien, wenn das Pferd mit Atemwegsproblemen kämpft. Dabei ist es egal, was zuerst da war- den Stoffwechsel zu unterstützen und ggf. zu verbessern wird immer den Erfolg der anderen Maßnahmen deutlich verbessern.

Glaðurs kleine Hausapotheke

Neben den genau auf ihn abgestimmten Mitteln sind folgende Bordmittel sehr hilfreich:

Thymian(tee)- der natürliche Schleimlöser

Schwarzkümmel kurweise (beruhigt bei allergischem Geschehen und stärkt das Immunsystem- unter anderem, hat noch mehr positive Eigenschaften)

Bronchialkräuter/ Einzelkräuter – kurweise

Lexa Sabol -kurweise, der Lebensretter vorallem in verletzungsbedingter Stehphase

Totes Meer Sole 2,5% -kurweise Inhalation. Enthält im Unterschied zu Kochsalzlösung einen hohen Anteil von Mineralien und Spurenelementen, die pflegend auf die Schleimhäute wirken können, während der höhere Salzgehalt die Schleimlösung befördert.

Mucosolvan Inhalationslösung – kurweise bei festsitzendem Schleim inhalieren und viel bewegen.

Zwischenrippenmuskeln massieren und Klopfmassage (hilft bei Schleimlösung und entspannt die angespannte Atemmuskulatur)

Der Trainingsplan – Glaður hat einen Trainingsplan, aber man muss jeden Tag neu beurteilen, ob man das Pensum arbeiten kann oder auf körperliche Probleme Rücksicht nehmen muss.

Je nach Befinden habe ich das dann flexibel angepasst. Wenn er stabil ist, dann wird das auch mal zu 2 Tage Ausdauer und 3 Tage gymnastizieren- je nachdem was er gerade braucht.

EDIT 17.05.2019: Gymnastizierende Arbeit – die dafür sorgt das die Muskulatur um Bauch und Brustkorb sich dehnt, an und abspannt wirkt sich positiv auf die Atmung aus- da bei lockerer Muskulatur dort ein tieferes Ein- und Ausatmen möglich ist.

Der Inhalator: So oft wie nötig, in akuten Phasen täglich in Kombination mit Bewegung.

Noch ein Wort zum Inhalator- wenn klar ist, das das Pferd chronisch ist und zeitlebens mehr oder weniger auf den Inhalator angewiesen sein wird, dann beißt Eure Zähne zusammen und erwerbt einen der speziellen Membran oder Ultraschallinhalatoren für Pferde. Ja, die sind teuer. Aber, nachdem ich auch den direkten Vergleich nun habe, zwischen umgerüstetem Menschengerät und dem Flexineb, kann ich auch sagen: Ja, die sind jeden Cent wert.

Gladur inhaliert
Gladur mit seinem Flexineb

Die Schermaschine– auch wenns in der Seele wehtut, wenn man komische Fenster ins Plüschfell schneidet- die Schermaschine ist uns ein guter Freund. Gerade in der Übergangszeit von Herbst zu Winter und Winter zu Frühling, wenn die Tage noch oder schon warm sind und der Pelz aber schon auf -50°C ausgelegt ist, dann ist das eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Atmung.

Bei Glaður hört man das sogar an der Atmung, der hat dann spontan ein fieses Atemgeräusch.
Damit er seine Leistung für die Ausdauer seiner Lunge bringen kann, wird er von mir also an Brust und/oder Bauch stückweise geschoren, bis es ausreicht und ihm das Laufen und Schnaufen wieder leicht fällt.

Das Tagebuch – gerade zu Anfang hilft es, jeden Tag den Zustand von Pferd und Atmung sowie Angaben zu besonderen Ereignissen und der Wetterlage aufzuschreiben.

Wenn man das ca. 1 Jahr lang sehr konsequent macht, kann man ganz schnell sehen, ob bestimmte Situationen immer wieder Verschlechterungen auslösen, wie schnell sich das Pferd nach einem Schub erholt und welche Maßnahmen effektiv wirken.
Außerdem schätzen Tierärzte und andere Behandler genaue Angaben zum Auftreten eines Problems sehr und auch die Behandlung kann so effektiver erfolgen.

Gladur streckt seine Nase in die KameraUnd immer ganz wichtig: Wenn Schleim im Pferd ist, dann muss der raus. UNBEDINGT.
Das Ziel muss immer maximal mögliche Lebensqualität für das Pferd lauten, Atemnot ist nicht schön.