What you see is what you get?

What you see is what you get?

Als ich kürzlich jemandem unsere Geschichte erzählte, fiel mir auf, das wir nicht nur einen weiten Weg zusammen geschafft haben, sondern das es auch eine Menge Ironie darin gibt.
Die Sache ist die, als Erwachsene wollte ich eigentlich kein eigenes Pferd. Ich wollte aber Kontakt zu Pferden und suchte kuschelige Rentner zum umtüddeln und spazieren führen. Hatte ich auch kurz. Dann sind diese leider verstorben. Und dann wurde es lustig.


Als kleines Mädchen hatte ich klare Vorstellungen wie mein Pferd aussehen muss. Groß und Schwarz- klar, diverse Pferdbuchklassiker gelesen. *g* Als Jugendliche änderte sich das auf “groß, weiß, viele Haare- wobei viele Haare Mähne und Beinbehang meinten” Natürlich hatte das Traumpferd auch perfekte Manieren und konnte alles was man sich so wünschte.


Knappe dreißig Jahre später stieß ich dann mit einem furchtbaren Dosengesöff auf einen Pferdekauf an. Meinen Pferdekauf. Geplant war der so nicht so richtig, aber zu vermeiden irgendwie auch nicht. Und was hatte ich da nun? Klein, schwarz (manchmal), viele Haare- überall, außer am Langhaar und den Beinen. Und der Charakter frei zwischen mimosenhaftem Feingeist und oberdreistem Shettyhengst hinundher pendelnd. Man spricht ja von Genie und Wahnsinn- das trifft hier durchaus zu. Und was den Ausbildungsstand angeht- eine Ausbildung war zwar vorhanden, aber eigentlich war er zu behandeln wie roh, da ja von ihm ein dickes fettes Veto auf allem lag, was nach ernsthafter Arbeit aussah.
Ich hatte also ein kleines, schwarzes, haariges Ding im besten Alter zum Spazieren gehen und umtüddeln. Das hätte so vielleicht ein Happy End ergeben. Blöd nur, das keiner von uns beiden damit zufrieden war. Wir ahnten es wohl- da geht noch mehr.


Bisher hat er mich eine Menge Nerven, Schlaf, Geld und Zeit gekostet. Und graue Haare gegeben. Aber er hat mir auch geholfen Intuition zu zulassen, mir das tief Luftholen beigebracht, dafür gesorgt, das meine Knie nun weniger knirschen, weil sie besser geölt sind als je, ein paar Knackse in meiner Seele geheilt hat, mich gezwungen hat, mutiger zu sein, ich einige wunderbare Leute kennenlernen konnte, mir eröffnet hat, das ich, die immer ein eher schwacher Reiter war, durchaus Führungsqualitäten und Sinn fürs Timing in der Arbeit vom Boden mitbringe. Und das man auch mit eingerosteten Kenntnissen durchaus ein Pferd in Ausbildung nehmen kann, solange man sich von Leuten helfen lässt, die wissen wie es geht.


Also- hab ich irgendwas bereut?
Sicherlich hätte ich auf die Dramen verzichten können, aber NEIN, ich bereue gar nichts. Im Gegenteil. Jeden Tag aufs neue bin ich wieder berührt,was für ein großartiger Freund auf vier Beinen mein Leben reicher macht als es Geld je könnte.

Gladur mit Stern auf der Kruppe
Mein kleiner Megastar

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