Flashback 2016 – Hustet da nicht jemand? Krankheitsgeschichte Teil 1

Flashback 2016 – Hustet da nicht jemand? Krankheitsgeschichte Teil 1

Hier mal der chronologische Ablauf der medizinischen Hintergründe im Schnelldurchgang.

Das Jahr 2016 werden wohl alle am Stall als Hustenjahr in Erinnerung behalten. Ein, zwei Pferde starteten schon kränkelnd in den Winter, dann war aber zunächst scheinbare Ruhe bis es dann Ende Februar so richtig los ging. Unteranderem Kalle hatte eine satte Infektion und hustete wie verrückt, doch auch das andere Paddock blieb nicht verschont.
So ziemlich jedes Pferd war zumindest kurzzeitig auf Schleimlösern. Auch Gladur, der dann mit den anderen leichteren Fällen das Husten einstellte.
Alles gut, so dachten Tierarzt und wir.

Bis dann im Mai der Husten bei Gladur zurück war. Trügerisch wenig war das, immer nur einmal beim ersten Antraben, sonst war nichts zu hören. Und er lief auch noch wie immer. Er wurde erneut abgehört, es wurde eine starke Verschleimung festgestellt und er bekam das Übliche Kombi-Präparat zum Öffnen der Bronchien und Atemwege. Bewegt werden sollte er leicht wie immer. Und er lief.

Bis zu dem einen Spaziergang, auf dem er schon verdächtig langsam war. Und dann am nächsten Tag hielt er mitten im Longieren an und sah mich mit riesigen Nüstern hilflos an. Er bekam nicht mehr genug Luft. Noch immer kein Husten außer beim ersten Trab, nur eine sich verschlechternde Atmung.

Gladurs weit geblähte Nüstern

Tierarzt setzte die Behandlung fort, aber es gab keine Besserung, eher sogar eine leichte Verschlechterung.
Seine Besitzerin setzte durch, das ihm ein Antibiotikum verabreicht wurde und endlich, endlich sah man zumindest eine deutliche Verbesserung seines Allgemeinbefindens. Die Atmung war nach wie vor schlecht. Die Lunge bei jedem Abhören wahlweise still (also komplett voll) oder giemend, weil Schleim drin war. Langsam ging der Schleim zurück, aber nicht komplett. Immer wenn wir dachten es ginge nun besser, belehrte uns das Abhören eines Besseren.

Wenn die Nüstern Eures Pferdes in Ruhe oder nach leichter Schrittarbeit so aussehen wie auf dem Bild auf der linken Seite, dann hat es ein ernsthaftes Problem und gehört dringend tierärztlich abgeklärt und in Behandlung!! Bitte nicht auf die leichte Schulter nehmen, das bißchen Husten und Atemproblem geht eben nicht wieder einfach weg und nur Hausmittel helfen da auch nicht. Da muss dann schon gezielt behandelt werden.

Schleim läuft aus einer weitgeöffneten Nüster

Ein anderer Tierarzt war wegen eines anderen Pferdes am Hof und ich wollte nun langsam mal eine Zweitmeinung- Recherche im Internet ließ mich Schlimmes ahnen, vorallem wegen des langen Verlaufs. Wir waren längst von akut zu chronisch geworden.

Dieser Artzt bestätigte das sich vorallem in einer Lungenseite noch ordentlich Schleim befand. Er gab zudem den Tipp, wie genau die Bewegung auszusehen hatte, damit die Lunge ordentlich belüftet würde. Und dann den wirklichen, rettenden Tipp- “versuchen sie es mal mit Akupunktur”.
Die Medikamente wurden also abgesetzt (bzw. zu Ende gegeben beim AB) und Kontakt zu einer Tierheilpraktikerin hergestellt. Sie kam, sie untersuchte extrem gründlich, sie machte eine Erstbehandlung und leitete eine Entgiftung sowie Stärkung von Leber und NIerenkreislauf ein.
Außerdem gab sie uns eine homöopathische Mittel zur Unterstützung und sehr informative Infozettel zur Erkrankung.
Sowohl Tierarzt als auch Heilpraktikerin hatten gesagt, das Inhalieren hilfreich wäre, daher begannen wir damit und setzten parallel das Bewegungsprogramm um.

 

Gladur inhaliert und sieht genervt aus

Gladur inhaliert und schaut dabei zu was in der Sattelkammer passiert

Es waren letztlich vier Akupunktursitzungen nötig, bei denen er von Sitzung zu Sitzung besser ansprach, bis wir ihn ihn einem Stadium der Symptomfreiheit hatten. Seine Lunge war beim Abhören unauffällig.

Es kam noch zu einem Rückfall, als für den Winter Stroh eingestreut werden sollte, aber nach Entfernung des Strohs und einer weiteren Akupunkturbehandlung erholte er sich wieder. Den Winter über blieb er symptomfrei und kam ohne Medikation aus. Unter Zunahme der Kondition durch die regelmäßige Arbeit verbesserten sich sein Ruhe-Atemwert sowie die Erholungszeit nach Belastung deutlich.

So das waren die trockenen Fakten. Was das genau für uns bedeutet hat und durch welche Emotionalen Hochs-und Tiefs das geführt hat, das erzähle ich in einem anderen Eintrag.

English Summary:
This is the fast forward version of Gladur’s story of the cough.

The year 2016 will be forever the year of the coughing horses at the stable. One, two horses started a little sickly into the winter, but there was all quiet for a while. Then, at the end of February it began. Some horses, amongst them Kalle, got an infection and started to cough like heck. Both paddocks were affected. Almost every horse was at least shortly on medication to loosen the mucus. Gladur was, too, and ceased coughing along with the other mild cases after one treatment (one package).
All is well, we and the vet thought.

Until in beautiful May, the cough was back. It was very sneaky because there was ever only one cough when he started to trot. And he worked as usual. He was checked and a heavily filled lung was diagnosed and so he was put on the usual double-medication that is supposed to open the airways and loosen the icky stuff inside. He got order to be worked lightly. And until that one walk, when he was really slow, he didn’t show any signs of trouble. The next day, he stopped in the middle of longe-work and looked at me, nostrils huuuuge. He couldn’t breathe enough for working anymore. Still he was not coughing, just his breath-rate got worse and his sides heaved.

The vet continued the treatment. There was no sign of getting better. The opposite was the case, it got a bit worse.
The owner got through that he was given an antibiotics treatment. And finally, finally, you could at least see how he perked up again. His breathing didn’t get better, but he looked more like his old self. Whenever his lungs were checked, we got to hear that there was still something in it, sometimes more, sometimes less.

Another vet was at the stable for another horse and I went and asked him for a second opinion, as I was fearing badly – especially after doing my own research online, that we were long since from the state of acute bronchitis over in the state of being chronic.

This vet confirmed that especially on one side there was slime remaining in the lung. He gave tips how to best work the pony to help him ventilate his lungs. And he had the one, the really helpful advice “Why don’t you try out acupuncture?”.
So the medication was withdrawn or given to a finish in case of the antibiotics and we contacted a non-medical practioner for animals that also specialised in acupuncture. She gave him an all over examination, did the first treatment and started a detoxing of the kidney and liver circuit. Additionally she prescribed homöopathic mixtures as further help to the organism of the pony. And she had really lovely down to the point info leaflets that informed about the current state of the disease and the treatment options.
Both vet and practioner had said that using an inhalation device would be helpful, so we started that and stuck to the training program they had given.

In the end, it took four acupuncture sessions, in which he responded better each time, until we had him in a symptom free stage. His lungs showed no sign of slime inside anymore when being checked by stethoscope.
He had one relapse when being exposed to straw as winter stable cushioning, but as soon as the straw was removed, he needed only one extra session of acupuncture and was then nursed back to being symptom free through winter. He also didn’t need any medication. And while his condition improved under the regular work, so did his breathing rate and the time it took to get back to normal after heavier work.

So, here we go. This was the dry facts. What it really meant, what little dramas where caused by it emotionally and what delights were found even in crappy situations, that is left to be told in another post.

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