Ponygesundheit

Ponygesundheit

Wir sind nun sechs Monate im neuen Stall und so langsam kommt Gladur so richtig dort an.
Gesundheitstechnisch hat sich auch einiges getan.

Gladur in Dassendorf auf dem Reitplatz

Die Frage aller Fragen war ja: Wird eine Fütterung mit Knabberstroh und Heulage/Heu 1:1 gutgehen?

JA. Bis auf möglichst tägliches inhalieren sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich (Medikamente). Und sowie es aussieht haben wir es auch durch die Stehpause geschafft. Was vermutlich extrem dabei hilft, ist die
Tatsache, das durch den Weidegang einige Stunden schön mit Kopf am Boden gefressen wird, was beim Abfließen von Sekret sehr helfen dürfte. Dabei ist unbedingt zu beachten, das Gladur NICHT auf HEU allergisch ist, sondern nur auf hohe Staubbelastung empfindlich reagiert. Einen echten Heuallergiker kann man so NICHT umstellen.

Fell und Hufe: Wachsen prima. Das Winterfell sieht zum ersten Mal wieder so aus, wie auf meinen ersten Winterfotos von Gladur, also bevor er seine Erkrankung durchmachte. Das gibt mir große Hoffnung, das diesen Frühjahr das Fellwechseln gut läuft. Außerdem habe ich ja nun ein Zinkpräparat, welches er gut annimmt, so dass es hoffentlich zu einem Ausgleich dieses Mangels kommen wird. Auch sehe ich in diesem Fell noch kein übertrieben langes Haar, selbst der Bart fällt kürzer aus als die vergangenen Jahre, was allerdings auch dem bisher milden Winter geschuldet sein kann.

Atemwege: Wie oben bereits angemerkt, sehr stabil. Der heiße staubige Sommer mit vielen, vielen Tagen, an denen wegen der Hitze nicht gearbeitet werden konnte- alles gut weggesteckt. Im Übergang zu feuchterem Wetter kaum Schwierigkeiten gehabt. Bisher keine Episode mit asthmatischer Atmung. Keine Erkältung/Verschlechterung der Atemproblematik um Mitte November wie in den Jahren zuvor.

Bauch/Verdauung: Die gemischte Fütterung mit Heu, die bedingt, das das Futter etwas weniger “sauer” als reine Heulage ist, tut sicherlich gut. Wir haben keine Probleme mit Aufgasungen mehr, auch nicht an Tagen mit viel Weidegang im Sommer, wobei dieses Jahr das Gras ja nicht wirklich Gras war, das muss man nochmal abwarten. Durchfall oder Kotwasser zum Ende eines Rundballens/beim Beginn eines neuen Ballens – ist Geschichte. Da er immer auch ausreichend trinkt, äppelt er die ganze Zeit auch vernünftig, wie sich das gehört. Sein Magen ist ab und an noch ein bißchen empfindlich, aber da er nun Mash frisst, auch leicht zu beruhigen und ich denke auch das wird sich noch einpendeln. Ihm steht ja die ganze Zeit Raufutter zum Knabbern zur Verfügung.

Gewicht: Unverändert, würde ich schätzen, eine Waage hatten wir dieses Jahr nicht da.

Psyche: Dieses Jahr war schwer für Gladur, deshalb kann man dies nicht ganz so gut vergleichen. Zuerst das Trauma mit Griffelbeinbruch und Klinik, danach der Stress durch die ungewohnte Boxenhaltung haben ihn schon recht stark neben die Spur gebracht, was sich in hengstig aggressivem Verhalten geäußert hat. Es wurde besser, als er wieder mit Kalle in einem Paddock leben konnte. Man merkte ihm aber dennoch den Stress über seine Nachbarn in seinem Paddock an.

Danach folgte der Stallwechsel, bei dem er zunächst erstaunlich gelassen schien, doch dann folgte doch eine Phase der Unsicherheit und erneut stark überzogenem, hengstigen Verhalten, was allerdings diesemal nicht aggressiv war, sondern sexuell motiviert und von den Stuten noch zusätzlich angefacht wurde. Gedeckt hat er allerdings nicht.

In den Phasen der Ruhe zwischen den Rossen seiner neuen Lieblingsstute war er bereits mental extrem losgelassen und hat uns diesen Sommer mit einer sehr großen Ruhe und dem Willen, Neues auf sich zukommen zu lassen überrascht. Auch mit alten Problemen (geritten werden, Gerten), kann er sich nun in einem offeneren mental Zustand zuwenden und dadurch besser klar kommen.

Mittlerweile gibt es kaum Reize von Außen, die Hormone sind im Winterschlaf und Gladur deutlich entspannter und zeigt, wenn er in der Gruppe döst, das er angekommen ist. Wie immer braucht er sehr viel Freiraum und Zeit für sich, aber hier ist das Paddock groß genug, damit er auch mal für sich sein kann. Das seine Freundin Aida sich dabei oft anschließt, stört ihn nicht.

Er hat eine Menge gutes Temperament entwickelt, soll heißen er ist immer händelbar, aber er ist nicht mehr “scheintot”, sondern da steckt Power drin und wenn man die hervorlockt, dann kriegt man die auch.

Ich bin gespannt, wie er sich mental in der Sicherheit der beständigen Herde weiterentwickelt- das waren immerhin jetzt schon sechs Monate ohne Veränderung der Konstellation- das kennt er ja schon gar nicht mehr.

Gladur mit seinem Hundespielzeug

English Summary: Will follow soon

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