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Kategorie: shock

Die Diagnose Arthrose

Die Diagnose Arthrose

Hier kommt er nun, der Post vom Tierarztbesuch.
Die Untersuchung ergab zwei Lahmheiten am linken Hinterbein. Zum einen die Offensichtliche, die gereizten Bänder und Sehnen am Fesselgelenk außen, wegen der er deutlich lahmte und in Behandlung kam. Diesmal war aber kein Unfall oder ähnliches beobachtet worden, sondern ein sich langsam verschlechterndes Gangbild, was trotz Schonung gleich blieb, bis er dann lahm von der Wiese kam, weil er wohl auch noch einen blöden Schritt gemacht hat.


Vorgeschichte – steifes Laufen nach Galopp (frei auf Weide) über harte Böden im Sommer, generell schlechte Beugung im Bewegungsablauf in den Sprunggelenken und ein scheinbar hin und her wechselnden Unwohlsein im Bewegungsablauf hinten, Lastaufnahme am Berg bergab schwierig, zusammen mit über Wochen deutlichem Schonen im Stehen der linken Seite obwohl keine Lahmheit zusehen war. Nach größerer Belastung (schwieriger Boden) steifes Gehen, nach Schonung leichte Besserung. Es war allerdings nicht durchgehend schlecht, sondern eher schubweise mit immer wieder guten Tagen. Na, ich denk mal, der eine oder andere ahnt schon was kommt.

Meine Tierärztin beschloß nach dieser Schilderung und der Tatsache, das die Beugeprobe des Fesselgelenks bereits fast keinen Befund mehr zeigte, obwohl wir erst seit 10 Tagen behandelt haben, das Sprunggelenk zu beugen.
Ergebnis dieser Beugeprobe war eine hochgradige Lahmheit auf den ersten 5 Metern, dann lief er sich wieder ein.
Somit steht im Raum der Verdacht auf Spat. Alter, Rasse, Vorgeschichte sprechen dafür. Es wird noch ein Röntgen der Sprunggelenke folgen um dies zweifelsfrei zubelegen.

Trotzdem macht das Ergebnis absolut Sinn. Durch Schmerzen im Sprunggelenk hat er anders gefußt, um das Gelenk zu entlasten und damit den Bereich wieder überlastet, den er sich letzes Jahr so schwer gezerrt hatte, wo möglicherweise Narbengeweben dieser Belastung nicht ganz standgehalten hat. Und so kam es zur doppelten Lahmheit.

Im Nachhinein macht jetzt soviel Sinn, was immer komisch im Bewegungsablauf war, das einige Bewegungsabläufe eben nicht durch den festen Rücken entstanden sind, sondern das der Rücken fest war um den Schwung zu bremsen, der auf die Gelenke durchfedert, das trotz korrekter Arbeit schiefe Becken und und und.
Diese Lahmheit kam exakt, nachdem ich begonnen hatte, die Arbeit umzustellen und ihn gezielt verstärkt mehr auf die Hinterhand zu bringen- das Ziel war den Rücken zu lockern und die Hinterhand aktiver zu machen und die Gelenke besser beweglich.
Dies ging dann wohl nach hinten los, weil mit diesen Maßnahmen Schutzspannungen in Strukturen des Körpers gelöst wurden, während gleichzeitig die Belastung auf der Hinterhand hochging. Das konnte er dann nicht mehr kompensieren und ist in die Überlastung und den Schub hineingelaufen. Blöd bei ihm ist auch, das er immer erst dann lahmt oder tickt, wenn es schon gar nicht mehr geht.

Ich könnte mich immer noch in den Hintern beißen, das ich nicht in dem ersten Moment, in dem ich fand, das er anfängt komisch zu laufen, die Arbeit wieder umgestellt habe- besonders, weil ich ja selber Arthrose im Knie habe- eine Menge Probleme die ich auch habe, habe ich praktisch am Pferd gesehen, aber nicht erkannt- weil bisher immer alle Therapeuten gesagt hatten, das die Gelenke sich voll beweglich anfühlen und keine Probleme machen sollten.
Aber es gibt halt keine AKU, also konnte es keiner genau wissen. Das ärgert mich jetzt gerade, denn es fühlt sich an, wie ein Versagen- man will Schaden vom Pferd fernhalten und dann sieht man sowas Eindeutiges nicht richtig und verursacht in allerbester Absicht einen Schub einer bisher kompensierten Erkrankung.

Somit ist nun genau das eingetreten, wovor ich immer Angst hatte. Mein Lungenpferd hat ein Beinproblem.
Es wird Phasen geben in denen es nötig wäre für die Lunge Galopparbeit zu machen, aber das Bein wird das nicht zu jeder Zeit aushalten. Es wird also jetzt alles davon abhängen, das wir den Schleim aus der Stehzeit gut wieder rausbekommen und dann die Balance zwischen Belasten und Entlasten perfekt zu finden.

Aber wir werden auch das schaffen. Wir haben bisher immer alles geschafft. Solange seine Lebensqualität so hoch ist wie jetzt, haben wir Zeit und Spielraum um uns einzugrooven. Denn er fühlt sich zufrieden und wohl im Kreise seiner Herde und führt ein ganz normales Pferdeleben ohne Einschränkungen.

Selfie von Gladur und mir
Tough times don’t last- Tough Teams do.

Wir sind jetzt mit dem vorsichtigen Antrainieren angefangen- Vorsichtig wegen der unteren Lahmheit. Jetzt muss er nur noch halten und dann können wir bald langsam weiter aufbauen.

Somit wird sich hier sicherlich noch einiges zum Thema gymnastizieren und Spat finden, während ich rausfinde, was ihm gut tut und was nicht.


English Summary follows.

Wenn der Traum beinahe endet

Wenn der Traum beinahe endet

Das Jahr 2018 ist nicht witzig, es hat bereits versucht mir zwei meiner besten Freunde wegzunehmen- einmal hat es gewonnen, einmal ich. Gleichstand, Mistkerl, würde ich sagen.

Gladur wartet auf den Tierarzt

Am 19.02. hat Gladur eine schwere Trittverletzung am Bein erlitten.
Während wir auf die Tierärztin warteten, entfernte ich vorsichtig den Matsch von dem verletzen Bein und entdeckte bald, das es ordentlich unter dem dicken Fell blutete. Ich – und die Tierärztin- vermuteten eine tiefere Hautverletzung.
Ohne Fell sah man eine tiefe, offene Wunde und darin die Sehnen und ein Knochenstück.
Sie sagte das damit nur noch die Option Klinik bestünde, da es am Stall ohne Vollnarkose unmöglich sei, diese Wunde chirurgisch so zu reinigen, das keine Infektion in der Tiefe entsteht.

Zum Glück waren Miriam und Tina nach hinten gekommen, um zusehen, was die Untersuchung ergab. Sie erkärten sich sofort bereit mit uns zu fahren.
Die Tierärztin rief die Pferdeklinik Bargteheide an und bereitete Gladur zum Transport vor, während Miriam den Hänger holte. Die Wunde wurde mit einer ganzen Flasche Desinfektion gespült (er war noch sediert) und er bekam ein Schmerzmittel sowie einen weich polsternden Verband.
Ich war die ganze Zeit total unnatürlich ruhig und hatte fast einen Blick von Außen auf alles. Möglicherweise Schock. Wie in Trance holte ich seine Transportpapiere aus dem Schrank und seine Decke und Beinschutz und machte ihn für den Transport fertig.

Mittlerweile aus der Sedation wieder wach und unter voller Wirkung des Schmerzmittels spazierte er fröhlich mit mir nach vorne zur Halle und war sehr irritiert, das er da jetzt nicht rein sollte, sondern neben dem Anhänger kurz angebunden wurde, während wir unsere Sachen holten.
Dann haben wir ihn aufgeladen und er ging brav wie immer ohne zu zögern in den Hänger. Nur als wir die Klappe schlossen wurde er sehr nervös. Wir fuhren los und Miriam versuchte möglichst nicht anhalten zu müssen, um ihm das Ausgleichen von Stopp und Anfahrt zu ersparen. Mit Hilfe vom Navi erreichten wir trotz vorsichtiger Fahrt nach ca. 1,5 Stunden Bargteheide. Die Klinik rief uns unterwegs einmal an, um zu fragen wie lange wir brauchen würden. Und als wir ankamen, standen schon alle für uns bereit.
Nach dem Röntgen war dann auch klar, das die von uns erhoffte “einfache Lösung” mit chirurgischer Reinigung der Wunde in Narkose leider nicht zutraf.
Röntgenbild vom Griffelbeinbruch

Die Verletzung war ein offener Trümmerbruch des Griffelbeins, der eine richtige OP und Klinikaufenthalt erforderte.
Also ließen wir ihn schweren Herzens da. Und fuhren nach Hause.

Am nächsten Tag fand die OP statt und als endlich der Anruf kam, das er wieder auf allen Vieren stand, war das die reinste Erlösung. Am nächsten Tag fuhren wir zu um um ihn ein bißchen aufzumuntern. Er war noch sehr benommen und hatte auch noch Schmerzen, aber ich glaube, er hat sich doch gefreut, das alle wichtigen Leute bei ihm waren. Nele, Yvonne, meine Eltern und ich haben ihm versucht ordentlich Sicherheit und Streicheleinheiten zu geben.

Am Tag nach der OP

Der Verband direkt nach der OP

Die Erleichterung ist zumindest mir ins Gesicht geschrieben

In der Klinikbox
Die Zeit in der Klinik hat ihm gar nicht gefallen, er mochte seine kleine geschlossene Box überhaupt nicht. Er hat sogar angefangen extrem am Futter zumäkeln und kaum von deren wirklich guten Raufutter gefressen. Über mangelnden Appetit können wir uns hier zumindest nicht mehr beklagen, er frisst wieder mit großem Appetit.
Nach fast zwei langen Wochen, da wir wegen des extremen Schneewetters nicht eher wieder mit Gespann fahren wollten, konnten wir ihn dann endlich wieder mitnehmen:

Gleich geht es nach Hause

Er hat sich sehr gefreut, als er wieder auf den Hof kam und Kalle wieder hatte, aber die Aufstallung in der Paddockbox hat ihn doch sehr irritiert und er tobte leider erstmal ein bißchen darin herum. Mittlerweile hat er sich einigermaßen beruhigt, aber er kann trotzdem vor Kraft nicht laufen und sieht gar nicht ein, das er nur maximal ein paar Schritte vor die Box darf.

English summary:
This long story is the drama that unfolded in February around my little troll horse. This year is not my friend, as it attempted to steal two of my best friends from me and was successful in one case, only here with the troll, I won.

It was February 19, Gladur suffered a bad blow to his leg.
The examination of the wound was only possible with the hair sheared off and what we say then, was not encouraging- a deep wound with sinews and bone visible. So this was kind of automatically a case for the horse hospital, as wounds like this demand surgery to clean them fully.
At the hospital, the X-rays said that it would not be just cleaning but also removing a large part of the splint bone on the outside of the leg, which had fractured in a lot of pieces. So he had to stay there for surgery and treatment.
After two long weeks, in which I tried to cheer up my more and more depressed pony that didn’t like being locked away in this small box and he even began to stop eating properly.
Luckily, as soon as he returned home, that wasn’t a problem at all anymore. *g*
He is very happy to be home, but he still doesn’t like his box very much, because all he wants to do is run around and kick up his butt.