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Kategorie: vet results

Manchmal muss man den Dingen doch auf den Grund gehen

Manchmal muss man den Dingen doch auf den Grund gehen

Soulhorsemarke PummelprinzBei Glaður stand mal wieder das jährliche Blutbild an, fast hätte ich dieses Jahr drauf verzichtet, weil er äußerlich so gut da steht und auch richtig fit ist. Aber so aus dem Bauch heraus dachte ich mir, es ist doch besser, wenn ich Eines machen lasse. Wenn das genauso gut ist, wie das im Vorjahr, dann kann ich es nächstes Jahr vielleicht mal lassen. 

Da er ein paar äußere Anzeichen für das Cushing Syndrom aufweist, haben meine Tierärztin und ich die Absprache gehabt, das wir darauf testen, sobald das Blutbild einen Hinweis auf Stoffwechselprobleme erbringt.

Das was man bei ihm sieht, sind ein paar typische Polster (über den Augen, an der Schulter und der Kruppe), dieses Jahr eher moderat ausgefallen, aber immer da, auch dann, wenn er im Winter den Speck verbrennt, den er sich im Herbst anfrisst, wenn man nicht aufpasst. Zudem finde ich, schon seit ich ihn kenne, seinen Fellwechsel verdächtig langsam. Er wechselt immer noch komplett, aber er braucht immer länger dafür und hat generell ein sehr dichtes Sommerfell. 

Somit war es dann soweit, als das Blutbild anzeigte, das die Leberwerte (mal wieder) erhöht sind und diesmal zusätzlich auch die Triglyzeride. Es sollte somit ein EMS Screening gemacht werden, um das als weitere Möglichkeit auszuschließen und auf Cushing getestet werden. Gladur im Wald

Für den Insulinresistenztest hieß es dann mindestens 6 Stunden hungern, was außerdem Einzelhaft bedeutete und was er gar nicht lustig fand. Vorallem nicht, das es dann nicht gleich Frühstück gab, als er aus seinem Knast- ähm, Einzelzimmer- wieder heraus durfte. Entsprechend war dann seine Laune, als eine ihm fremde Tierärztin (Vertretung) ihn mit der bööösen Nadel piekte und es dann auch noch so lange dauerte (seiner Meinung nach) bis die riesigen Röhrchen alle voll waren.

Trotzdem hat er natürlich wie immer ganz brav stillgehalten, solange man ihm nicht an die Beine will, ist er ja ein sehr lieber Gast beim Tierarzt. Dann war das auch überstanden und ich dachte, nun heißt es über das Wochenende abwarten, aber schon am Freitagmorgen klingelte das Telefon und ich bekam die Nachricht, das das Ergebnis schon da ist.

Glaður hat das Equine Cushing Syndrom.

Die Tierärztin am Telefon hat sich eventuell ein bißchen gewundert, wie entspannt ich das aufnehme, aber mir war viel wichtiger, das es kein EMS ist, was man nur durch massive Haltungsänderung in den Griff kriegen würde. Cushing ist zwar auch Mist, aber behandelbar und ich sehe ja täglich an Beluga, wie gut behandelbar es ist. ❤

Außerdem ist es quasi für mich eine echte Erleichterung zu wissen, das das regelmäßige Abglitschen bestimmter Stoffwechselwerte vermutlich trotz aller Mühen und Maßnahmen nicht zu verhindern war- so äußert sich vermutlich das Cushing bei ihm. Und da dies nun behandelt wird, stabilisiert sich sein Stoffwechsel in Zukunft hoffentlich noch mehr selbstständig. 

Im Idealfall wird sich alles stabilisieren, was ihm bisher Ärger gemacht hat. In seinem Fall wäre das:

  • Die Leberwerte bleiben konstant –> was somit auch bedeutet, das er generell weiter ein freundliches Verhalten mit den anderen Pferden zeigt. Bei ihm ist es bei entgleister Leber ja sehr extrem mit der schlechten Laune. 
  • ein stabiler Stoffwechsel bedeutet mehr Spielraum bei Belastungen durch die Allergie- die Lunge könnte sich also noch weiter verbessern
  • Bei Cushing fällt der Erhalt und Aufbau der Muskulatur schwerer und der Sehnen- und Bandapparat ist empfindlicher. Wenn sich das bessert, um so besser.
  • Kriegt man all das in den Griff, kann seine Belastung weiter vorsichtig erhöht werden- und je mehr er tut, desto mehr verbessert sich seine Energiebilanz. Ein positiver Teufelskreis, sozusagen.

Ich habe somit große Hoffnung, das diese Diagnose und die folgende Behandlung ihm noch mehr Lebensqualität verschaffen wird und ein bißchen was vom vorzeitig gealtert sein wieder von ihm abfallen wird, so dass sein Körper besser mit seinem Temperament mithalten kann und er sich nicht wieder selber einen Krankenschein ausstellt, weil er doch ein bißchen zu flott rumgetobt ist. 😉

Und gestern war dann der erste Tag mit den Tabletten, nun beginnt der Einstellungsprozess, in dem die richtige Dosis ermittelt wird und regelmäßig die Blutwerte kontrolliert werden. 

Die Tablettendpsen
Belugas Dose und Gladurs Dose und der Kalender zum Abstreichen

Beluga und ihr Mann nehmen jetzt also Abends gemeinsam ihre Tablette ein. 😂 Ich hoffe, das er auch bei der Dosis auf sie hören wird und sich ebenfalls bei einer halben Tablette einpegelt, aber das muss man sehen. 

Was ich nicht hoffe, ist das er von den Tabletten jetzt noch merkbar aufwacht- ich finde ihn so schon gerade sehr wach. Wenn er jetzt noch aktiver wird… Hiiiiilfe. 😂😂😂

English Summery will follow.

Die Diagnose Arthrose

Die Diagnose Arthrose

Hier kommt er nun, der Post vom Tierarztbesuch.
Die Untersuchung ergab zwei Lahmheiten am linken Hinterbein. Zum einen die Offensichtliche, die gereizten Bänder und Sehnen am Fesselgelenk außen, wegen der er deutlich lahmte und in Behandlung kam. Diesmal war aber kein Unfall oder ähnliches beobachtet worden, sondern ein sich langsam verschlechterndes Gangbild, was trotz Schonung gleich blieb, bis er dann lahm von der Wiese kam, weil er wohl auch noch einen blöden Schritt gemacht hat.


Vorgeschichte – steifes Laufen nach Galopp (frei auf Weide) über harte Böden im Sommer, generell schlechte Beugung im Bewegungsablauf in den Sprunggelenken und ein scheinbar hin und her wechselnden Unwohlsein im Bewegungsablauf hinten, Lastaufnahme am Berg bergab schwierig, zusammen mit über Wochen deutlichem Schonen im Stehen der linken Seite obwohl keine Lahmheit zusehen war. Nach größerer Belastung (schwieriger Boden) steifes Gehen, nach Schonung leichte Besserung. Es war allerdings nicht durchgehend schlecht, sondern eher schubweise mit immer wieder guten Tagen. Na, ich denk mal, der eine oder andere ahnt schon was kommt.

Meine Tierärztin beschloß nach dieser Schilderung und der Tatsache, das die Beugeprobe des Fesselgelenks bereits fast keinen Befund mehr zeigte, obwohl wir erst seit 10 Tagen behandelt haben, das Sprunggelenk zu beugen.
Ergebnis dieser Beugeprobe war eine hochgradige Lahmheit auf den ersten 5 Metern, dann lief er sich wieder ein.
Somit steht im Raum der Verdacht auf Spat. Alter, Rasse, Vorgeschichte sprechen dafür. Es wird noch ein Röntgen der Sprunggelenke folgen um dies zweifelsfrei zubelegen.

Trotzdem macht das Ergebnis absolut Sinn. Durch Schmerzen im Sprunggelenk hat er anders gefußt, um das Gelenk zu entlasten und damit den Bereich wieder überlastet, den er sich letzes Jahr so schwer gezerrt hatte, wo möglicherweise Narbengeweben dieser Belastung nicht ganz standgehalten hat. Und so kam es zur doppelten Lahmheit.

Im Nachhinein macht jetzt soviel Sinn, was immer komisch im Bewegungsablauf war, das einige Bewegungsabläufe eben nicht durch den festen Rücken entstanden sind, sondern das der Rücken fest war um den Schwung zu bremsen, der auf die Gelenke durchfedert, das trotz korrekter Arbeit schiefe Becken und und und.
Diese Lahmheit kam exakt, nachdem ich begonnen hatte, die Arbeit umzustellen und ihn gezielt verstärkt mehr auf die Hinterhand zu bringen- das Ziel war den Rücken zu lockern und die Hinterhand aktiver zu machen und die Gelenke besser beweglich.
Dies ging dann wohl nach hinten los, weil mit diesen Maßnahmen Schutzspannungen in Strukturen des Körpers gelöst wurden, während gleichzeitig die Belastung auf der Hinterhand hochging. Das konnte er dann nicht mehr kompensieren und ist in die Überlastung und den Schub hineingelaufen. Blöd bei ihm ist auch, das er immer erst dann lahmt oder tickt, wenn es schon gar nicht mehr geht.

Ich könnte mich immer noch in den Hintern beißen, das ich nicht in dem ersten Moment, in dem ich fand, das er anfängt komisch zu laufen, die Arbeit wieder umgestellt habe- besonders, weil ich ja selber Arthrose im Knie habe- eine Menge Probleme die ich auch habe, habe ich praktisch am Pferd gesehen, aber nicht erkannt- weil bisher immer alle Therapeuten gesagt hatten, das die Gelenke sich voll beweglich anfühlen und keine Probleme machen sollten.
Aber es gibt halt keine AKU, also konnte es keiner genau wissen. Das ärgert mich jetzt gerade, denn es fühlt sich an, wie ein Versagen- man will Schaden vom Pferd fernhalten und dann sieht man sowas Eindeutiges nicht richtig und verursacht in allerbester Absicht einen Schub einer bisher kompensierten Erkrankung.

Somit ist nun genau das eingetreten, wovor ich immer Angst hatte. Mein Lungenpferd hat ein Beinproblem.
Es wird Phasen geben in denen es nötig wäre für die Lunge Galopparbeit zu machen, aber das Bein wird das nicht zu jeder Zeit aushalten. Es wird also jetzt alles davon abhängen, das wir den Schleim aus der Stehzeit gut wieder rausbekommen und dann die Balance zwischen Belasten und Entlasten perfekt zu finden.

Aber wir werden auch das schaffen. Wir haben bisher immer alles geschafft. Solange seine Lebensqualität so hoch ist wie jetzt, haben wir Zeit und Spielraum um uns einzugrooven. Denn er fühlt sich zufrieden und wohl im Kreise seiner Herde und führt ein ganz normales Pferdeleben ohne Einschränkungen.

Selfie von Gladur und mir
Tough times don’t last- Tough Teams do.

Wir sind jetzt mit dem vorsichtigen Antrainieren angefangen- Vorsichtig wegen der unteren Lahmheit. Jetzt muss er nur noch halten und dann können wir bald langsam weiter aufbauen.

Somit wird sich hier sicherlich noch einiges zum Thema gymnastizieren und Spat finden, während ich rausfinde, was ihm gut tut und was nicht.


English Summary follows.