Und sonst so?

Anfang Februar war wieder Blutkontrolle. Dabei haben wir das große Blutbild wiederholt, um zu gucken, was sich da tut und natürlich den ACTH-Wert überprüft.

Der ACTH ist nun der Wert eines gesunden Pferdes und ganz sicher mitten im Referenzbereich. Und im Blutbild sieht man, das sich die anderen Werte auch erholen. Die Leberwerte, die aus der Referenz waren, sind nun immer noch hoch, aber immerhin im Referenzbereich. Und auch die Triglyzeride und der Eisenwert fallen.

Wir sind also auf dem richtigen Weg und setzen jetzt nochmal die Leberkur fort, um die Werte noch weiter richtig normal zu bekommen.

Gewichtsmäßig hat er sich auch eingependelt und ist auf dem Maßband weiter bei 356 kg stehen geblieben, was möglicherweise sowas wie sein Wohlfühlgewicht ist. 😏 Meinetwegen kann es auch gern so bleiben, sofern die Fettpolster nicht wiederkommen, sondern die Muskeln ein bißchen zulegen.

Ausgehend vom Blutbild wollte ich ihm gern Zink zufüttern, aber Zink ist ja immer das absolut Böse in der Schüssel. Da er ja schon sein Mineral verweigerte UND an seinem Futter rummäkelte, obwohl da Getreide drin war, standen die Chancen da nicht so gut.
Nach etwas Haare raufen dann mal das Denken in eine andere Richtung – wenn er sich halt weigert das Mineral lose zu fressen, dann gucken wir dochmal bei den sonst vermiedenen mineralisierten Futtern, so kriegt man dann durch die Hintertür doch noch ETWAS an Mineral ins Pferd. Nun bekommt Beluga zum Beispiel ein Futter, was getreidefrei, zucker- und stärkereduziert ist und was er bisher immer gern genommen hat- sogar eingeweicht. Auch kommen die zugesetzten Mineralstoffe vom Verhältnis her einigermaßen mit dem Blutbild hin. Das Futter habe ich jetzt eine Woche angefüttert und er wills immer noch unbedingt haben. Somit hole ich ihm nun morgen seinen eigenen Futtersack davon und hoffe, das er es nicht nur weiterhin futtert, sondern ich es auch noch schaffe den Rest an Mineral, der noch dazu muss, auszugleichen, erste Tests es unterzumischen waren erfolgreich.

Bin gespannt, Daumen drücken. 😂

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Pferde-Wörterbuch

Thema heute? Futter – in Gladurs kleiner Welt.

Schwerfuttrig

Wenn die Menschen Dir irgendso ein Ökozeug hinstellen, das riecht wie normales Heu und behaupten, das wäre gut für Dich. Das ist der Moment wo Du ein paar Mal aus Höflichkeit frisst, aber dann wirklich deutlich machst, was Du von dieser bekloppten Idee hälst. Du bist ein Wikingerpony- Du willst KRAFT-Futter oder Du kannst gerne verzichten und in den Streik gehen. Sollen sie sich doch die Haare raufen, du weißt, das Du am längeren Hebel sitzt- früher oder später werden sie zähneknirschend Etwas bringen, was schmeckt. Denn immerhin wollen sie ja, das Du den ganzen unnötigen Kram frisst, von dem sie glauben, das sie den im Futter verstecken würden…hah.

Verunreinigung

Das menschliche Synonym für Verunreinigung lautet “Futterzusatz”. Nun gibt es so ein ganz paar davon, die tatsächlich schmecken, aber die meisten davon sind nicht nur überflüssig, sondern auch wirklich ekelhalft.
Zink zum Beispiel. Zink ist der Endgegner unter den Zusätzen.
Wir Pferde können ausgezeichnet riechen- somit ist es sehr amüsant, wenn ihr meint, ihr könntet irgendwas von dem Zusatzkram in unserem Futter “verstecken”.

böser Vergiftungsversuch

Ein böser Vergiftungsversuch ist die besonders trickreiche Zwangsverabreichung von angeblich notwendiger Medizin oder komischer Futterverunreinigungen.
Wenn der Hauptmensch nicht komplett blöd ist, wird er mit immer neuen Tricks versuchen die komischen Sachen in Dich hineinzuschmuggeln. Somit sei wachsam, wenn Du zu komischen Uhrzeiten plötzlich was super Leckeres angeboten bekommst, was Du sonst nicht bekommst. Auch wenn die anderen Pferde davon essen heißt das gar nichts- es ist ein TRICK!

verdächtige Nahrungsmittel

Obst und Gemüse, in die man Löcher bohren kann- da immer aufpassen. Und alles was stark riecht und Dich ablenken soll. Immer ganz lange schnuppern und dabei auf die Reaktion des Menschen achten- ist der gespannt, dann ist garantiert was nicht normal mit dem Futter. Ist der Mensch gleichgültig egal was für einen Aufstand du betreibst, dann kannst Du mal vorsichtig davon essen.

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Der Blick auf die Waage…

***unbezahlte Werbung – Link zur Webseite eines Pferdemagazins***

… der bei uns Menschen ja meist eher unbeliebt ist, vor allem jetzt nach den Feiertagen, hihi. 

Beim Pony macht das Ganze mehr Spaß, denn der ist am Abnehmen, seit er mit den Tabletten in Behandlung ist. Ich kann das Gewicht zwar nur mit einem Maßband schätzen, aber das es weniger wird, sieht man ja trotzdem. Im Frühjahr werde ich wohl das Thema Pferdewaage nochmal aufgreifen- wenn dann keine größeren Kontaktbeschränkungen mehr bestehen. 

Wenn man ihn so anguckt, denkt man eventuell “Die spinnt doch”, denn ein grundsätzlich rundrippiges Pferd mit auch noch ordentlich Fell wird natürlich grundsätzlich irgendwie “gepolstert” aussehen. Dazu kommt dann noch ein Rücken mit Schwung und ein leicht hängender Bauch, sowohl dem Cushing als auch dem nicht so dollen Bindegewebe, wenig trainierten Bauchmuskeln und der Schwerkraft geschuldet. Alle diese Faktoren dürfen einen nicht verleiten zu denken, das Tier wäre fett.

Tatsächlich ist er laut dem Maßband nun auf dem Weg zum Idealgewicht (für seine Rasse und Größe) und in der Tat sprechen auch die Bewegungsfreude in Freiheit und die generelle Bereitschaft zum rumtoben dafür, das sich da jemand leicht wie eine Feder fühlt. 

Was noch nicht ganz weg ist, sind verbleibende Polster im Übergang zur Kruppe und an der Kruppe selbst, die sich Krankheitsbedingt eingelagert haben, allerdings ist auch da schon wirklich viel “weggeschmolzen”. 

Jetzt mal zu den harten Fakten, sprich Ergebnissen der Messungen mit Maßband:

Sommer 2020 (vor Diagnose und Behandlungsbeginn): ~ 402 kg
November 2020 (seit knapp 2 Monaten in Behandlung) ~ 376 kg 
Januar 2021 (seit 4 Monaten in Behandlung)  ~ 356 kg

Hier zum Vergleich, die von der Cavallo ermittelten Richtwerte zum Normal- und Durchschnittgewicht verschiedener Pferderassen:

Isländer

Gemessene Größe (Durchschnitt): 138 cm
Gemessenes Gewicht: 262-470 kg im Schnitt 386 kg (+/- 30 kg)
Gewicht bei einer Größe von: 123 bis 135 cm ca. 357 kg (+/- 24 kg);
136 bis 141 cm ca. 393 kg (+/- 25 kg);
142 bis 150 cm ca. 398 kg (+/- 28 kg)
Fazit: Isländer sind eine recht homogene Rasse. Sie unterscheiden sich im Gewicht nur wenig untereinander.

In früheren Jahren hat sich nie groß etwas verändert, im Winter wurde er minimal leichter, weil er so oft wie möglich ohne Decke steht, aber eben nicht deutlich. Dies muss also der Behandlung geschuldet sein, denn Haltung, Fütterung und Belastung wurden nicht verändert. 

Gladur mit Abschwitzdecke
Schön verhüllt, damit man auch nichts erkennen kann, hihi

Die Zähne sind gemacht, Hufe und Fell in tollem Zustand, er ist munter, aufgeweckt und lauffreudig- an körperlichen Problemen kann die Abnahme also eher nicht liegen. 

Passend dazu kam heute die Meldung, das er sein Schüsselfutter nicht mehr mag- er hatte gestern schon sehr maulig davon gefressen und nur die Deko und die für ihn leckeren Anteile rausgepickt.

Naja, Nachdem er sich nun über zwei Jahre lang gesund und getreidefrei ernähren ließ, ist es wohl mal wieder Zeit eine kleine Menge “ungesundes” mit in den Eimer zu tun. Bei den winzigen Mengen die er davon bekommt, ist das auch nicht wirklich dramatisch. 

English Summary:

Will follow soon

Die Pferdewaage

Heute sind einige von uns im Stall zu einem benachbarten Reiterhof gegangen, da dort die mobile Pferdewaage vor Ort war und wir freundlicherweise auch unsere Pferde zum Wiegen bringen durften.
Erstmal ein kleiner Spaziergang hin.

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Dann ziemlich lange warten, warten, warten, da ein Schecke sich partout nicht mit der Waage anfreunden wollte…

Auf diesem Bild sieht Gladur total klein aus- lustig! Liegt vielleicht am abschüssigen Hofpflaster.

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Dann rauf auf die Waage, wie erwartet war das gar kein Problem, auch wenn er es unheimlich fand, das sich der Boden hier etwas bewegt hat.

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Kalle war ganz besonders geschickt und hat erstmal eine Extra-Runde Leckerlies einkassiert bevor er drauf gestiegen ist.

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Und dann gings samt Plakette mit dem Gewicht wieder nach Hause.

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Was er wiegt? 365 Kilogramm.

Die Bilder hat meine Mutter geknipst, vielen Dank, auch die Screenshots sind aus Clips von ihr. 🙂

English Summary:
Today, at a barn near the one where Gladur lives, they had the mobile scales for horses there and we could come, too and bring our horses to see what they were weighing. So a little group of us made a little walk to that barn, waited for an eternity while a piebald horse refused to mount the scales, then got all of ours without big trouble on the scales and weighed and then trundled happily back home.
And how much weighs Gladur? 365 kilogram.
All images have been taken by my Mum and the screenshots are taken from clips by her. Thanks a lot, Mum! 🙂