• Glaður - horses - rearing - tricks

    Dinge, die man so nicht plant

    Ich war immer der Meinung, das man das Steigen einem Pferd, mit dem auch andere umgehen und mit dem man arbeiten will, eher nicht beibringen sollte. 

    Soviel die Theorie- und was ist, wenn in der Praxis das Pferd andere Pläne hat? 

    Mein Plan war, Gladur beizubringen, wie man sich mehr setzt. Gladur hat das auch grundsätzlich verstanden und sich dann entschlossen, sein neues WIssen gleichmal für etwas mehr Dynamik im Spiel zu nutzen. Er steigt nun also. Er tut das sehr kontrolliert und nicht sehr hoch. Also habe ich beschlossen, aus dem Spiel-Element nun etwas Abrufbares zu machen, damit ich die Kontrolle darüber behalte. 

    Auf dem Bild unten, sieht man die erste, prompte Ausführung auf Kommando, die nicht mehr Teil eines Spiels ist. Es wird noch etwas dauern, bis das sicher sitzt, aber es ist schon genial, wie brav er bei dieser potentiell aggressiven Bewegung ist. 

    Gladur  steigt
    Foto von Dennis

    Außer dem Abrufbar machen soll er in Zukunft auch noch lernen, die Bewegung weniger vorwärts und mehr aufwärts auszuführen, so das dies wieder dem „Setzen“ zu Gute kommen wird. 

    English Summary:

    Gladur is rearing. This is something that I didn’t plan. In fact I was always of the opinion, that is is no good idea to teach rearing to a horse that is handled by other people as well and is also in normal training.

    But what do you do, if the horse has different plans? 

    What I was and am attempting is making the use of the rearend more and more part of every day moves. He is learning to take more weight to his hindend like this and learns gradually to bend his joints there while doing it. 

    During the process, Gladur noticed how much this faciliates some moves and he happily began to create greater dynamics while playing. One of his „new“ moves was a hinted at rear up, which soon grew bolder, as he grew confidence. Since he is always extremely careful and very controlled in the move, I have decided to let him, but to take control. 

    So now I am moving this from play element to something I can call for with a command. The image above shows the first time this worked. It will take a bit longer to really settle, but it is a nice start. He will learn to carry this out more in an upward motion than a forward one like he currently does, which will also improve his weight shifting.

    But for now I am very fascinated how controlled and well tempered he executes such a potentially aggressive move. 

  • fairness - horses - Icelandic Horses - icelandics - rider weight

    Die leidige Frage

    Sogar ich als Fußgänger mit Pferd muss mir immer wieder die Frage anhören, warum bitte Erwachsene so mir nichts dir nichts auf den „kleinen Ponys“ reiten. 

    Wer sich mal einen Isländer vom Körperbau her genau angeguckt hat und den mit dem Fundament gleichgroßer Ponys anderer Rassen verglichen hat, wird eventuell schon eine Idee haben. 

    Für alle anderen finden sich die Zusammenhänge hier, perfekt erklärt vom Islandpferdehof Ickelsbach

    Wie immer top erklärt vom Islandpferdehof Ickelsbach

    Einig sind wir uns glaube ich alle, das das kein Freibrief für Erwachsener = Erwachsener mit Übergewicht kann jeden Isländer einfach bedenkenlos reiten ist. Es gilt Augenmaß, Fairness und im Zweifel die 23% Regel als obere Grenze. 

  • Glaður - horses - milestones - team gladur - training - work (horses)

    Der Ritterschlag

    Also zumindest mein ganz persönlicher Ritterschlag, war der letzte Kontrolltermin bei Lesley

    Dieser ergab nämlich nicht nur die Bestätigung von meinem Gefühl, das Gladur jetzt wieder prima läuft, das Untersuchungsergebnis übertraf das sogar. Wir haben es nämlich geschafft, einen unserer Hauptbefunde, den Beckenschiefstand, so gut wie wegzuarbeiten. Dies bedarf noch weiterer Umsicht, damit sich dieser Zustand stabilisiert, aber man sieht es schon am Halten, wo es ihm nun gelingt beide Hinterbeine unter den Körper zu stellen und dabei sind dann beide Hüften auf gleicher Höhe. Der Schritt verbessert sich ebenfalls gerade noch weiter. 

    Der restliche Körper war ebenfalls in einem altersgemäßen oder besseren Zustand, im Gegensatz zu vorher, wo alles immer noch überall geklemmt hat. 

    Was lernen wir daraus?

    Sucht Euch die richtigen Leute, die Euch bei Bedarf anleiten können, ansonsten reicht regelmäßige, abwechslungsreiche, sinnvolle Arbeit. Die Reitweise ist egal, hauptsache es kommt zu einem Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung, der Schritt wird frei vorwärts am Besten im Gelände trainiert und es werden die wichtigen Ruhetage nach stärkerer Belastung eingebaut und auch eingehalten, damit sich die Muskeln erholen und wachsen können. 

    Dazu noch reichlich Geduld, denn wie ich kürzlich im Netz so treffend las (ich verlinke es, wenn ich es wiederfinde) „reell geht nicht schnell“. 

    Gladur in Anlehnung
    Steht hinten nicht gut, dafür ist die Anlehnung schön- extra fürs Foto

    English Summary

    My personal success of the year was awarded to me at the last physiotherapy session with Lesley, when I learned that not only my feeling „he goes really well now“ was confirmed but even surpassed.

    Good work has eleminated even his biggest diagnose of a slightly tilted pelvis – some work on it is still needed to stabilise results, but in general, this is more than great. The rest of him is also in very good shape, considering joints and bones. 

    So, what can be learned from it?

    Find yourself suitable experts, that can show you the „how to“ part, then get to it and work on it. All the rest of it is regular, thought through work. It does not matter which riding concept you follow, as long as your work consists of a healthy mix of „strain“ and relaxation, you get to train the walk freshly forward, best would be to do this out on a hack/ walk. Just as important are the breaks- if you have put some work on the muscles, then give them a day to relax and grow, before you ask for the next effort.

    And patience- patience is as usual key. No change for the better is going fast, quite contrary, these are slow processes, if you wish the result to be lasting. So take the time it needs. 

  • friends - Glaður - handsome - horses - play

    You become the dancer


    And we become the dance
    the dancer dances
    (Uriah Heep, The Dance lyrics)
     
    Frei nach dem universell gültigen Gesetz, das in perfekten Momenten entweder keine Kamera da ist oder die Bilder weit weg, unscharf oder verschwommen sind, sind Gladur und ich hier auch beim Spielen, weit weg vor die Linse von Nele gekommen.
     
    Gladur steigt beim Spielen
     
     
    Fangen spielen mit Gladur
     
    Laufspiel mit Gladur
     
    Denn egal, was wir in „ernsterhafter“ Arbeit erreichen, diese Momente im freien Spiel sind doch das Schönste für mich. Es ist immer wieder toll, wie dieses große, starke Tier sein Spiel so anpasst, das er mir nicht zu nahe kommt oder mich bei seinen Hüpfern trifft, so dass wir auf Augenhöhe spielen können. 
     
    Die Bandagen hat er übrigens an, weil wir ihn mal so richtig rausgeputzt hatten, hihi.
     

    English Summary:

    Following the universal law that the best pictures are either not taken, because you are alone – or they are small or fuzzy or both, I have here some pictures on the small side.

    It is Gladur and me playing and captured by Nele as we are having some fun together.

    And despite us progressing in „serious work“, those are still the moments that I love the most. It is a sheer miracle when an animal so large and strong takes great care to tone down his game and keeps really good care of you, so that you can play after their behaviour without coming to harm. 

  • allergy - COB in horses - COPD in horses - Glaður - horses - horses health - IAD - pollen - RAO - team gladur

    Pollen, Hitze und Staub

    Dieser Frühling war im April ja doch mal wieder viel zu warm und viel zu trocken, so kam also zu der Hitze und dem Staub auch noch ein starker Pollenflug hinzu.

    Und zum ersten Mal seit ich ihn kenne, tat sich auch Gladur mit dieser Last etwas schwer. Die Atmung schwankte zwischen ganz ok und schwerst belastet, er juckte sich die Nase und tauchte sie gern ins Tränkebecken. Dann kamen als logische Folge auch die Anzeichen von Verschleimung hinzu.

    Dagegen gesteuert habe ich mit der Inhalation von Totes Meer Sole, die jetzt zum Glück für seinen Inhalator zugelassen ist. Diese löst nicht nur Schleim sondern pflegt auch die Atemwege und er spricht auf diese Kur gut an. Momentan inhaliere ich alle 2 Tage mit der Sole. 

    Es läuft seit dem auch immer mal wieder ordentlich Schleim ab.

    Und um ganz sicher zugehen, das nichts Wildes im Busch ist, obwohl das Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigt schien, hatten wir dann auch noch einen Akupunktur-Termin bei Yvonne. Dabei lief zum allerersten Mal gleich während/nach der Sitzung etwas Schleim aus der Nase. 

    Seitdem sind sämtliche Kräuter in allen Formen erstmal abgesetzt und er kommt gut klar. Im Moment bekommt er zusätzlich zum Inhalieren noch drei Mittel, die ihn beim Loswerden des Schleims (der zum Glück nur in den oberen Atemwegen sitzt) unterstützen sollen. Außerdem etwas was allergische Symptome lindern soll und noch etwas für die Leber- was anscheinend mal wieder nötig war, da er einen Heißhunger auf Löwenzahn entwickelt hatte.

    Schon am Tag nach der Akupunktur began die angestrengte Atmung sich zu stabilisieren und bis jetzt ist er auch stabil geblieben. In den Nüstern ist auch immer schön Matsche, also läuft alles was sich löst in die richtige Richtung- nach draußen. *g*

    Nach einer kurzen Phase der Beunruhigung (Helikopter Mutti) bin ich jetzt wieder ganz entspannt und sehe, das wir auch dieses Problem in den Griff bekommen haben, bevor es sich zur Krise auswachsen konnte. 

    Gladur mit seinem Inhalator

    English Summary:

    Heat, dust and a lot of pollen- that has been the month April. Right now, it is not constantly hot weather, but going up and down, but the dust and the pollen are still there.

    For the first time since I know him, Gladur showed some distress under this load on his respiratory system. His breathing was affected, his nostrils itched. And then, logically, the first symptoms of a great load of mucus inside began to show.

    I battled that with inhaling 2,5% natural brine from the Dead Sea. This stuff does not only help losen mucus and stuff, it also gentles the tissue of the respiratory tract. Right now he is inhaling this every two days.

    To be sure that I was not overlooking anything serious, I had made an appointment with Yvonne, who checked him and gave him a treatment with her acupuncture needles. 

    He was stable from the day after and so far still is. I have stopped adding herbs to his food completely and instead give him three meds prescribed by Yvonne that are supposed to settle him more firmly in this stable condition.

    So after a short time of worry, I am now relaxed again, now that I am seeing that we took care of this problem, too, before it could grow into crisis.

  • Glaður - horses - milestones - team gladur - training - work (horses)

    The Acid Test of Friendship

    … wurde mit Bravour bestanden, schon wieder sehr stolz auf das Pony. 

    Schnuffelnase von Gladur
    Für Euch mach ich (fast) Alles <3

    Vor einer Woche wurde Gladur mal wieder geritten. Aber nicht im Wald und nicht von Nele. Nein, Ellen hat auf ihm Platz nehmen dürfen und trotz der doppelten „Zumutung“*g* Reitplatz und „neuer“ Reiter, hat er das sehr souverän gemeistert. 

    Ca. 20 Minuten waren die beiden unterwegs und vorallem im Trab, seiner Lieblingsgangart, die auch möglicherweise nicht so mit schlechten Erinnerungen beladen ist, hat er seine Sache extrem gut gemacht, war entspannt und losgelassen. Der Schritt ist noch ein anderes Thema, an dem lange, lange noch gefeilt werden muss – zumindest in der Bahn, im Gelände ist er besser.

    Als kleines Plus zusätzlich zum megabraven Pferd hat sich in den Tagen danach im Trab eine positiv verbesserte Körperspannung gezeigt, so dass man wiedermal bestätigt bekommt das gutes Reiten schöner macht. Das war bisher bei ihm auch nach dem Schritt reiten immer so- der Schritt ohne Reiter gewinnt daran.

    Trotzdem wird er kein Vollzeit-Reitpferd. Das Reiten sehe ich als Abwechslung im Training für ihn (besonders das Ausreiten) und als Trainingshilfe, da es einen positiven Effekt auf ihn hat. Er wird also weiterhin hauptsächlich von Unten gearbeitet und von Zeit zu Zeit auch mal geritten.

    Wie haben wir das nun gemacht? Nun, abgesehen von der jahrelangen sorgfältigen Vorbereitung – wobei Reiten niemals das Ziel an sich war, das hat sich jetzt ergeben-  in Form von Balance, Kraftaufbau und ganz viel vertrauensbildender Beziehungsarbeit, vorallem in dem wir nicht blind und taub gegenüber seinen Bedürfnissen sind. 

    Gladur ist ein durchaus arbeitswilliges Pferd, das auch gefallen möchte, allerdings manchmal nicht so genau weiß wohin mit all der Power. Gleichzeitig findet er es jedoch immer noch furchtbar, wenn er zuviel Zeugs am Kopf oder Körper hat oder mit Gebiß geritten werden soll. Alles was ihn einengt und begrenzt ist blöd. Da er jedoch gut auf Stimmhilfen konditioniert ist und Gewichtshilfen ebenfalls super annimmt, alles kein Problem. Mehr als ein Physio-Pad und ein gebißloser Zaum muss nicht ans Pferd und alle sind glücklich. 

    Trotzdem war ich gespannt, wie er auf Ellen reagiert, die er vom Boden ja lange schon kennt. Aber das war völlig undramatisch. Er war kurz irritiert, das sie nun auch auf seinen Rücken möchte, da es aber wie immer einen Aufsteigekeks gab und sonst alles gleich war, hat er beschlossen, das es dann wohl seine Richtigkeit haben wird. 

    Und der schönste Moment, der war, als er -von oben gelobt- entspannte und beschloss, das das mit dem Lob und der Aufmerksamkeit durchaus das komische Reiten aufwiegt- und er dann wieder diesen unvergleichlich niedlichen Gesichtsausdruck aufsetzte, mit dem er immer kundtut, das er sich auch für ziemlich großartig hält. 

    Alles richtig gemacht.

  • breed characteristics - Glaður - horses - Icelandic Horses - icelandics - it's not a bug, it's a feature - special effects

    Liebe Therapeuten, wußtet ihr schon…?

    Dieser Beitrag wird regelmäßig ergänzt und aktualisiert werden

    Gladur im Wald

    Mein Pony ist ein Isländer und der hat so einige Besonderheiten, wie ich selber rausfinden musste, da es leider keine Bedienungsanleitung dazugab. 🙂 Aber mittlerweile habe ich durchaus einiges gefunden, was die Beobachtungen auch fachlich untermauert und mich als mit Warmblütern großgewordener Zufalls-Isländer-Besitzer nicht mehr ratlos den Kopf kratzen lässt.

    Und ziemlich eindeutig ist er nicht „anders“ weil es cool ist eine andere Rasse zu haben, sondern er unterscheidet sich in einigen Körperfunktionen tatsächlich sehr vom Standard Großpferd. Diese rassebedingten Unterschiede führen öfter mal zu Verwirrung oder Fehldeutung, wenn das Pony auf Therapeuten und Tierärzte trifft, die natürlich auch nicht allwissend sein können, aber tatsächlich oft diese durchaus wichtigen Besonderheiten nicht kennen.

    Kühlsystem und Atmung:
    Was ich beobachtet habe: Schon bei geringen Anstrengungen werden die Nüstern genau in dem Moment sehr weitgestellt, in dem man das Gefühl hat, Gladur wird gerade warm. Das Gleiche geschieht auch beim Dösen in der kräftigen Mittagssonne, ohne das sich das Pony überhaupt bewegt. Die Atemfrequenz ist bei kühlerem Wetter dabei nicht gleich mit erhöht. Offensichtlich wird die Nüster aktiv weitgestellt, um als Kühlunterstützung zu dienen.

    Wird ihm noch etwas wärmer, steigt die Atemfrequenz zu einem deutlich sichtbaren schnellem Atem, der für sich allein genommen bei einem anderen Pferd auf Anstrengung deuten würde. Bei Gladur sind in diesem Moment keine weiteren Zeichen für Anstrengung präsent. Offensichtlich dient auch die schnellere Atmung zum Kühlen.

    Beide Phänomene lassen sich deutlich beeinflussen, wenn er Teilgeschoren wird- damit erhöht man die Kühlleistung am Körper und somit kann er das Kühlen über die Atemwege verringern. Bei kaltem Wetter entspricht die Öffnung der Nüstern genau der Gangart und geleisteten Anstrengung, so wie man das von anderen Pferden kennt. Offensichtlich funktioniert die Wärmeregulation, wenn das Klima dem entspricht, wofür das Islandpferd gezielt selektiert wurde.
    Nun muss man bei ihm immer noch bedenken, das er aufgrund der Lungenerkrankung diese Anzeichen vermutlich etwas deutlicher anzeigt. Aber, wie ich nach 1,5 Jahren des Händeringens und Sorgen nun mal endlich mutig sagen kann, das „Hecheln“ und/oder Nüsternblähen allein ist kein Anzeichen, das es mit der Lunge bergab geht, solange das Pony frei von Krankheitsanzeichen (Abgeschlagenheit, Unlust etc) froh und leistungsbereit ist. Es ist schlicht seine Methode sich selber zu kühlen.

    Aber stimmt das auch? So wie es aussieht ja:
    Hitzeregulierung bei Pferden und Sonderfall Isländer – ein Artikel bei Sportsfreund (Blog und Onlineshop für Abschwitzdecken)

    Gladurs Ruhe-Atemfrequenz liegt bei ca. 24 Zügen pro Minute und geht einfach nicht runter- ja, äh, das muss sie auch gar nicht, wie man diesen Beiden wissenschaftlichen Veröffentlichungen entnehmen kann. Die ermittelten Ruheatemfrequenzen liegen hier für lungengesunde Islandpferde bei 18+/- 6 bzw. 23+/-2 Atemzüge pro Minute. Also keine Panik, wenn der Isländer „schnell“ atmet. Vergesst die 10-16 Züge des Warmblüters einfach.

    Publikationen dazu:
    Herz und Atemwerte in Ruhe und Belastung bei lungengesunden und lungenkranken Isländern- hier beschrieben in einer Dissertation

    Und in der Berliner und Münchener Tierärztlichen Wochenschrift

    Hätte ich mich also eher auf meinen bibliothekarischen Hintern gesetzt und statt Therapien und Symptomen mal das gesamte Feld zum Thema Lunge und Belastung recherchiert, dann hätte ich mir sicherlich ein paar graue Haare sparen können. Aber wie heißt es so schön? Besser spät als nie.

    Gangwerk und darausfolgende Gebäudemerkmale/ Bemuskelung /Bewegungsabläufe etc.
    Meine Beobachtung: Schon seit ich ihn das erste Mal laufen sah, ist mir aufgefallen, das sich sein Bewegungsablauf vom gewohnten Bild in meinem Kopf unterscheidet. Das ist auch kein Wunder, er ist Viergänger, irgendwo dran muss man das ja sehen. Auch wenn er einen sehr sportlichen Trab zeigen kann, der sich hinter einem Reitpony nicht verstecken muss, wenn er entsprechend motiviert ist. 🙂

    Was aber anders war, das war der generell festere Rücken, besonders im Lendenbereich und die Tatsache, das er generell seine Sprunggelenke kaum beugt, was in der Bewegung immer so ein bißchen an einen Schlittschuhläufer erinnert. Außerdem bringt er kaum durchgehend Schub nach vorne und nimmt nicht wie erwartet zum Anschieben Last auf. Dies wurde auch stets von Osteopathen und Physiotherapeutin bemängelt.

    Zum festeren Rücken und der „fehlenden Schubübertragung“ habe ich folgendes gefunden:

    In dem Buch (Leseempfehlung!!) Barbara Welter-Böller; Claudia Weingand: Einmal überbaut, immer überbaut? Exterieuranalyse und Tipps zum Pferdetraining steht auf S.106/107 sinngemäß, das die Selektion des Isländers auf Geländegängigkeit auf den schwierigen Böden Islands und der Entwicklung der zwei zusätzlichen Gangarten Tölt und Pass, dazugeführt hat, das sich das Islandpferd deutlich anders bewegt, als ein Pferd, das für weniger schwierige Böden gezüchtet wird. Der Isländer hat eine hohe Schrittfrequenz, da er auf wegrollenden Steinen und glatten Untergründen keine langen Schritte machen kann. Um hierbei stabil zu bleiben und vorwärts zukommen. zieht sich der Isländer eher über die Schulter und die Hinterhand stabilisiert und liefert nur kurze Schubimpulse. Um die Wirbelsäule dabei auch in hohem Tempo stabil zu halten, muss der Isländer sich im lumbosacralen Bereich stark beugen und diesen Bereich so quasi „feststellen“. Voilá – die fehlende Schubübertragung.

    Zu der gestreckten Haltung der Sprunggelenke bin ich noch am Forschen. Ich habe aber einen Artikel zum Thema Trageerschöpfung und darin eine Erklärung gefunden, wie diese Haltung verursacht werden kann. Ich könnte mir vorstellen, das dies bei ihm zu einer angewöhnten Haltung geworden ist, auch wenn es schon lange keinen direkten Auslöser für eine Trageerschöpfung mehr gibt. Diese Idee liegt nahe, da er auch immer noch immer wieder eine verschleißende Haltung anbietet, wenn man ihn nicht ganz behutsam aufnimmt. Er hat anscheinend zum Thema Arbeit eine gewisse äußere Form verinnerlicht, die es ihm geduldig wieder abzugewöhnen gilt, in dem man ihm den Weg in eine gesündere Haltung vorschlägt und immer wieder anbietet und ermutigt.

    Die Sprunggelenke zeigten im Röntgen (auf den letzten Bildern mit drauf gewesen) keine Veränderung und sind auch bei Überprüfung durch Tierarzt/Osteopath/Physio immer vollbeweglich und schmerzfrei gewesen. Deshalb vermute ich die Ursache der Haltung nicht in den Gelenken selber.

    Der Artikel zur Trageerschöpfung

    Ich muss ja immer alles einmal aus berufenem Munde bestätigt kriegen oder es wie hier selber hieb- und stichfest recherchieren, um mich mit Erkenntnissen sicher zu fühlen *g*, aber nachdem dies nun erledigt ist, kann ich dann auch einfach mal ganz praktisch auf Nele hören und mich im Loslassen üben.

    Bißchen optimieren kann und soll man natürlich immer, vorallem da die zwei Hinterhandverletzungen fast die gesamte vorhergehende Arbeit wieder zunichte gemacht haben, aber im großen und Ganzen kann ich wirklich sagen: Er ist ok so, wie er ist. Er ist in den vier Jahren mit mir weit gekommen und sogar die Gesundheit hat sich in einem Maß stabilisiert, über das ich immer noch staune. In diesem Sinne:

    I am not perfect but I have a freaking awesome horse
  • Glaður - horses - our story

    What you see is what you get?

    Als ich kürzlich jemandem unsere Geschichte erzählte, fiel mir auf, das wir nicht nur einen weiten Weg zusammen geschafft haben, sondern das es auch eine Menge Ironie darin gibt.
    Die Sache ist die, als Erwachsene wollte ich eigentlich kein eigenes Pferd. Ich wollte aber Kontakt zu Pferden und suchte kuschelige Rentner zum umtüddeln und spazieren führen. Hatte ich auch kurz. Dann sind diese leider verstorben. Und dann wurde es lustig.


    Als kleines Mädchen hatte ich klare Vorstellungen wie mein Pferd aussehen muss. Groß und Schwarz- klar, diverse Pferdbuchklassiker gelesen. *g* Als Jugendliche änderte sich das auf „groß, weiß, viele Haare- wobei viele Haare Mähne und Beinbehang meinten“ Natürlich hatte das Traumpferd auch perfekte Manieren und konnte alles was man sich so wünschte.


    Knappe dreißig Jahre später stieß ich dann mit einem furchtbaren Dosengesöff auf einen Pferdekauf an. Meinen Pferdekauf. Geplant war der so nicht so richtig, aber zu vermeiden irgendwie auch nicht. Und was hatte ich da nun? Klein, schwarz (manchmal), viele Haare- überall, außer am Langhaar und den Beinen. Und der Charakter frei zwischen mimosenhaftem Feingeist und oberdreistem Shettyhengst hinundher pendelnd. Man spricht ja von Genie und Wahnsinn- das trifft hier durchaus zu. Und was den Ausbildungsstand angeht- eine Ausbildung war zwar vorhanden, aber eigentlich war er zu behandeln wie roh, da ja von ihm ein dickes fettes Veto auf allem lag, was nach ernsthafter Arbeit aussah.
    Ich hatte also ein kleines, schwarzes, haariges Ding im besten Alter zum Spazieren gehen und umtüddeln. Das hätte so vielleicht ein Happy End ergeben. Blöd nur, das keiner von uns beiden damit zufrieden war. Wir ahnten es wohl- da geht noch mehr.


    Bisher hat er mich eine Menge Nerven, Schlaf, Geld und Zeit gekostet. Und graue Haare gegeben. Aber er hat mir auch geholfen Intuition zu zulassen, mir das tief Luftholen beigebracht, dafür gesorgt, das meine Knie nun weniger knirschen, weil sie besser geölt sind als je, ein paar Knackse in meiner Seele geheilt hat, mich gezwungen hat, mutiger zu sein, ich einige wunderbare Leute kennenlernen konnte, mir eröffnet hat, das ich, die immer ein eher schwacher Reiter war, durchaus Führungsqualitäten und Sinn fürs Timing in der Arbeit vom Boden mitbringe. Und das man auch mit eingerosteten Kenntnissen durchaus ein Pferd in Ausbildung nehmen kann, solange man sich von Leuten helfen lässt, die wissen wie es geht.


    Also- hab ich irgendwas bereut?
    Sicherlich hätte ich auf die Dramen verzichten können, aber NEIN, ich bereue gar nichts. Im Gegenteil. Jeden Tag aufs neue bin ich wieder berührt,was für ein großartiger Freund auf vier Beinen mein Leben reicher macht als es Geld je könnte.

    Gladur mit Stern auf der Kruppe
    Mein kleiner Megastar

    English Summary follows

  • Glaður - horses - milestones - riding horse - under saddle

    So ein Pony, das kann alles…

    …ja das weiß viel mehr als ihr! *g*

    Gladur schnuppert
    Moin Leute, ich bin jetzt Teilzeit-Wochenend-Reitpferd!

    Glaubt ihr nicht? Dann guckt mal hier:

    Nele und Gladur im Wald
    Like a boss! Oder etwa nicht?!
    Paaaarty!
    Na? Wer könnte das besser als ich?!

    Und jetzt alle:

    So ein Pony, das kann alles,
    ja das weiß viel mehr als ihr!
    Könnte es noch Eier legen,
    wäre es ein Wundertier!!!

    Refrain

    Ponys lesen keine Zeitung,.
    tanzen niemals Rock’n Roll!
    Wählen keine Miss Europa
    und sie fühl’n sich trotzdem wohl!

    Refrain

    So ein Pony musst Du haben,
    denn dann hast Du einen Freund!
    Wirft es Dich auch mal herunter,
    war’s bestimmt nicht bös‘ gemeint!

    Refrain

    So ein Pony will nicht rauchen,
    macht sich nichts aus Bier und Schnaps!
    Darum springt es frisch und munter
    und sein Herz hat keinen Klaps!

    😀 😀 😀 (Wers nicht erkannt hat- ich sag nur Immenhof XD)

    Nee, ganz im Ernst- ist es nicht großartig, das mein wunderbares Pony beschlossen hat, das Reiten vielleicht doch nicht so blöd ist, solange er dabei draußen was erleben kann. Ich bin mächtig stolz auf den großen Kleinen, der ganz genau weiß, das wir das nicht ausnutzen und wir ihn niemals überfordern werden.

    Öfter als maximal einmal pro Woche muss er nicht ran und dann auch nur kleine Schrittrunden, die seinem Trainingszustand angemessen sind. Und solange er sich vordrängelt und nervt wenn seine Reiterin kommt, kann das was wir machen so falsch nicht sein. ♥

  • Glaður - horses - inspiration - knowledge - team gladur - wisdom

    Team Gladur

    Heute möchte ich mal Werbung machen, für all die wunderbaren Menschen, die das Leben von Gladur und mir direkt in Person und indirekt über ihre Webseiten und deren Inhalte bereichern.

    Die größte Inspiration sind meine Freunde vor Ort, ohne Homepage aber mit viel Herz, Wissen und Begeisterung. Ihr seid toll, immer da und so wichtig. 🙂

    Die anderen Helfer vor Ort, die uns helfen und anleiten, das sind diese großartigen Pferdeleute:

    Seit 2016 immer für uns da bei großen und kleinen Baustellen in der Gesundheit, in Ergänzung zum Tierarzt:

    Yvonne Danger- Heilpraktikerin für Mensch und Tier

    Seit 2016 mit viel Geduld und Kreativität unsere „Reit“lehrerin :

    Ellen Keßler- Reiten im Dialog

    Und Ellen auf YouTube

    Erst kürzlich Teil von „Team Gladur“, aber ebenso super:

    Lesley Petersen – Pferdetherapeutin

    Nicht vergessen darf man auch – ohne Huf kein Pferd. Darum muss natürlich auch unser Hufschmied in die Liste.

    Matthias Schur

    Allen gemeinsam ist, das sie hervorragende Hilfe zur Selbsthilfe leisten und man als Besitzer voll eingebunden ist und aktiv Zusammenhänge verstehen lernt und auch wie man in einem gewissen Rahmen selbst helfen kann, bzw. den Prozess aktiv unterstützt.

    Nur wenn man das ganze Tier und seine Zustände im Blick hat, kann man es auch mit Baustellen gut gesund und zufrieden erhalten.

    Ebenfalls geholfen hat uns, zwar nur einmal, aber dafür super, mit unerwartet großartigem Ergebnis auch Britta Schönau, die nochmal eine ganz andere Art von Bewußtheit im Umgang möglich gemacht hat- es war ja schon da, wir wussten nur nicht, wie wir zueinander finden sollen.

    Inspirationen Online

    Wie immer, wenn man selbstständig denkt und recherchiert, hängt man nicht blind komplett einer bestimmten Lehre an, manchmal sind es nur Fragmente eines Konzepts, mal ein großer Teil, der einem etwas gibt und hilft. Manchmal sieht man auch Einiges trotzdem durchaus kritisch. Dies gilt auch für die folgenden Links, das Erforschen und Nachdenken überlasse ich Euch selber, wer mich kennt und weiß wie ich arbeite, der wird leicht sehen, was mich anspricht und was nicht.

    Marlitt Wendt

    Wege zum Pferd

    Julie von Bismarck Equine Expertise

    Anja Rut Hebel – Reitkunst für Islandpferde

    Intrinzen Kathy Sierra

    Zwergnase

    Diese Liste werde ich dann noch fortlaufend ergänzen

    Die Seele des Pferdes
  • Glaður - horses - laughter - looking with the heart

    Das Lachen

    Neulich war es da wieder, das Lachen. Das Lachen in Gladur, tief in ihm drin. Vielleicht ist Lachen auch das falsche Wort, denn Pferde lachen ja nicht wie wir. Aber das was man gespürt hat, so ein freundliches, lustiges, kitzelndes Übersprudeln, das fühlte sich irgendwie an wie Lachen.

    Und es passte ja auch, denn er teilte mir da gerade mit, das seine Vorstellung von der heutigen Arbeit eine andere ist und ich ging darauf ein und schlug ein Spiel vor. Und da kam er dann angetrabt, mit glänzenden Augen, sprang herum und zeigte mir, wie stark er wieder ist und wenn er mich anguckte, dann war es da, das Lachen.

    Ich weiß nicht, ob es schon immer da ist und ich es bloß schlecht gesehen habe, oder ob es nicht doch auch eine Weile verschüttet war, vergraben hinter einem Schutzpanzer aus Grummeligkeit, der die Quelle des wunderbaren Lachens beschützen sollte.

    Gladur schaut mch an
    Der wache Blick, die Rüsselnase, gleich kommt es…

    English Summary:

    Laughter… Just days ago, there it was again, the laughter. The laughter within Gladur, deep in his soul. Or maybe laughter is not the right word, as horses do not laugh as we humans do, but the feeling you get, the friedly, funny, ticklish bubbling, that feels a lot like laughter.

    And it was totally fitting- he was just at telling me his own plans for that days training session and I was following his ideas and offering a round of playing. And there he came trotting, with twinkling eyes, happy, bouncing around and showing me how much power he had again. And when he looked a me, there it was. The laughter.

    I don’t know if it has been there always and I have just seen it badly so far. But maybe it was a little buried beneath a shield of grouchiness, to protect that precious source of the laughter.

    Die Seele des Pferdes liegt in seinem Blick
    Lächelt <3
  • birthday - change - Glaður - happiness - healing - horses - phonenix from the ashes - saved

    Happy Birthday, Gladur

    Vor einem Jahr habe ich Dich erneut geschenkt bekommen, als die großartigen Ärzte in Bargteheide Dir die Chance gegeben haben, den Bruch und das Infektionsriskio zu überstehen.

    Röntgenbild vom Griffelbeinbruch
    Das gebrochene Griffelbein

    Aber Du warst noch nicht fertig auf dieser Welt, Du wusstest vielleicht, wie nötig Du gebraucht werden würdest. Und Du hast beschlossen, Dich da durchzubeißen, mit all dem Feuer und Ärger in Deinem Körper, das Du noch hattest.

    Und der Ärger, der Dich aufrecht gehalten hat, besonders als ich Dich nicht aufrecht halten konnte, der ist nun zusammen mit Dir geheilt. Der Gladur der zurückgeblieben ist, ist nun glücklich und täglich mehr befreit.

    Gladur trabt an der Hand
    Du wolltest noch bleiben, um an meiner Hand mit mir zu tanzen.

    Ich hoffe, das uns noch viele glückliche Jahre im Wald, der uns wieder Leichtigkeit und Freiheit gegeben hat, vor uns haben. Wir genießen jeden einzelnen Moment.

    Wir im Wald

    Heute ist ein Jahr vergangen, mit Höhen und Tiefen, doch die Höhen haben überwogen und wir sind beide gewachsen, geheilt, glücklicher geworden. Herzlichen Glückwunsch zum ersten Geburtstag, Gladur ♥

    Gladur und Luftballons
    Das Geburtstagspony
  • Glaður - horses - horses health

    Ponygesundheit

    Wir sind nun sechs Monate im neuen Stall und so langsam kommt Gladur so richtig dort an.
    Gesundheitstechnisch hat sich auch einiges getan.

    Gladur in Dassendorf auf dem Reitplatz

    Die Frage aller Fragen war ja: Wird eine Fütterung mit Knabberstroh und Heulage/Heu 1:1 gutgehen?

    JA. Bis auf möglichst tägliches inhalieren sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich (Medikamente). Und sowie es aussieht haben wir es auch durch die Stehpause geschafft. Was vermutlich extrem dabei hilft, ist die
    Tatsache, das durch den Weidegang einige Stunden schön mit Kopf am Boden gefressen wird, was beim Abfließen von Sekret sehr helfen dürfte. Dabei ist unbedingt zu beachten, das Gladur NICHT auf HEU allergisch ist, sondern nur auf hohe Staubbelastung empfindlich reagiert. Einen echten Heuallergiker kann man so NICHT umstellen.

    Fell und Hufe: Wachsen prima. Das Winterfell sieht zum ersten Mal wieder so aus, wie auf meinen ersten Winterfotos von Gladur, also bevor er seine Erkrankung durchmachte. Das gibt mir große Hoffnung, das diesen Frühjahr das Fellwechseln gut läuft. Außerdem habe ich ja nun ein Zinkpräparat, welches er gut annimmt, so dass es hoffentlich zu einem Ausgleich dieses Mangels kommen wird. Auch sehe ich in diesem Fell noch kein übertrieben langes Haar, selbst der Bart fällt kürzer aus als die vergangenen Jahre, was allerdings auch dem bisher milden Winter geschuldet sein kann.

    Atemwege: Wie oben bereits angemerkt, sehr stabil. Der heiße staubige Sommer mit vielen, vielen Tagen, an denen wegen der Hitze nicht gearbeitet werden konnte- alles gut weggesteckt. Im Übergang zu feuchterem Wetter kaum Schwierigkeiten gehabt. Bisher keine Episode mit asthmatischer Atmung. Keine Erkältung/Verschlechterung der Atemproblematik um Mitte November wie in den Jahren zuvor.

    Bauch/Verdauung: Die gemischte Fütterung mit Heu, die bedingt, das das Futter etwas weniger „sauer“ als reine Heulage ist, tut sicherlich gut. Wir haben keine Probleme mit Aufgasungen mehr, auch nicht an Tagen mit viel Weidegang im Sommer, wobei dieses Jahr das Gras ja nicht wirklich Gras war, das muss man nochmal abwarten. Durchfall oder Kotwasser zum Ende eines Rundballens/beim Beginn eines neuen Ballens – ist Geschichte. Da er immer auch ausreichend trinkt, äppelt er die ganze Zeit auch vernünftig, wie sich das gehört. Sein Magen ist ab und an noch ein bißchen empfindlich, aber da er nun Mash frisst, auch leicht zu beruhigen und ich denke auch das wird sich noch einpendeln. Ihm steht ja die ganze Zeit Raufutter zum Knabbern zur Verfügung.

    Gewicht: Unverändert, würde ich schätzen, eine Waage hatten wir dieses Jahr nicht da.

    Psyche: Dieses Jahr war schwer für Gladur, deshalb kann man dies nicht ganz so gut vergleichen. Zuerst das Trauma mit Griffelbeinbruch und Klinik, danach der Stress durch die ungewohnte Boxenhaltung haben ihn schon recht stark neben die Spur gebracht, was sich in hengstig aggressivem Verhalten geäußert hat. Es wurde besser, als er wieder mit Kalle in einem Paddock leben konnte. Man merkte ihm aber dennoch den Stress über seine Nachbarn in seinem Paddock an.

    Danach folgte der Stallwechsel, bei dem er zunächst erstaunlich gelassen schien, doch dann folgte doch eine Phase der Unsicherheit und erneut stark überzogenem, hengstigen Verhalten, was allerdings diesemal nicht aggressiv war, sondern sexuell motiviert und von den Stuten noch zusätzlich angefacht wurde. Gedeckt hat er allerdings nicht.

    In den Phasen der Ruhe zwischen den Rossen seiner neuen Lieblingsstute war er bereits mental extrem losgelassen und hat uns diesen Sommer mit einer sehr großen Ruhe und dem Willen, Neues auf sich zukommen zu lassen überrascht. Auch mit alten Problemen (geritten werden, Gerten), kann er sich nun in einem offeneren mental Zustand zuwenden und dadurch besser klar kommen.

    Mittlerweile gibt es kaum Reize von Außen, die Hormone sind im Winterschlaf und Gladur deutlich entspannter und zeigt, wenn er in der Gruppe döst, das er angekommen ist. Wie immer braucht er sehr viel Freiraum und Zeit für sich, aber hier ist das Paddock groß genug, damit er auch mal für sich sein kann. Das seine Freundin Aida sich dabei oft anschließt, stört ihn nicht.

    Er hat eine Menge gutes Temperament entwickelt, soll heißen er ist immer händelbar, aber er ist nicht mehr „scheintot“, sondern da steckt Power drin und wenn man die hervorlockt, dann kriegt man die auch.

    Ich bin gespannt, wie er sich mental in der Sicherheit der beständigen Herde weiterentwickelt- das waren immerhin jetzt schon sechs Monate ohne Veränderung der Konstellation- das kennt er ja schon gar nicht mehr.

    Gladur mit seinem Hundespielzeug

    English Summary: Will follow soon

  • COB in horses - COPD in horses - Glaður - horses - IAD - lameness - RAO

    Fast rum, das Jahr…

    Werbung: Der Text enthält einen Link zum Futtermittelhersteller Lexa.

    Deshalb nochmal schnell etwas mehr Input, denke ich… In letzter Zeit sah es hier ja doch eher aus wie in Blogs die ich nicht mag, weil immer nur schlaue Sprüche mit Bild gepostet wurden, statt mal Alltag und Co. Das hole ich jetzt aber gern mal nach.

    Der Plüschteddy grast
    Endlich isländertaugliches Wetter – für drei Tage…

    Alltag bedeutet auch kleine Rückschläge oder Dramen und so eins hatten wir Ende November in unserer kleinen Ponywelt. Ende November waren wir eine kleine Runde im Wald machen, kamen zurück, Pony auf den Reitplatz, sollte sich wälzen und noch paar Runden laufen. Gladur drehte von ganz allein richtig auf, rannte, sprang und hüpfte wie ein junger Gott- bis er sich irgendwo ganz normalsterblich vertreten haben muss, jedenfalls kam er lahm zurück. Zunächst sah es eher nach einer leichteren Taktstörung aus, aber dafür dann am nächsten Morgen der Schock- stocklahm hinten. Wer sich schon mal die Bänder im Knöchel gezerrt hat, weiß, um wieviel schlimmer sich das nach einer Nacht Ruhe anfühlen kann. Weil es blöderweise auch genau dann Frost gab, fror das ganze Pony gleich mit ein und zeigte eine Mischung aus Rückenblockade und Beinlahmheit.

    Ergebnis: Physiotherapeutin, Tierärztin und Heilpraktikerin nahmen sich des Patienten an. Trotz aller Bemühungen braucht so ein „Umknicken“ natürlich vorallem eins: Zeit. Die hatte er. Den Dezember über war quasi Krankenschein, denn obwohl die Lahmheit im Schritt recht schnell besser wurde, zeigte er sie dennoch weiter im Trab und war in der Beugeprobe empfindlich.

    Seit kurzem sehen die Gänge aber wieder ok aus und seit wir grünes Licht für Schritt hatten, sind wir auch fleißig spazieren gegangen. Mittlerweile läuft er wieder flockig über alle Bodenarten und vorgestern auch auf dem Reitplatzsand wieder klar. Der hatte ihm aus irgendwelchen Gründen noch mehr Probleme gemacht. Deshalb wird er nun mit dem neuen Jahr zusammen langsam wieder ins Aufbautraining genommen.

    Die große Frage ist allerdings- wie sieht es mit den Atemwegen aus? Stehen ist für ihn ja nicht so gut. Wir haben fleißig inhaliert, aber das ersetzt nicht das tiefere Durchatmen in Bewegung und erhöht auch nicht die Durchblutung der Lunge. Zwischendurch hat er einmal beim Vortraben für die Tierärztin böse gehustet und Schleim gespuckt, aber danach war nichts mehr. Die Atemfrequenz in Ruhe ist für ihn normal und außer bei warmen Temperaturen zeigt er keine geblähten Nüstern. Bei unserem ersten längeren Spaziergang schnaubte er dann doch so einiges ab. Verwunderlich ist das ja nicht. Trotzdem bin ich recht optimistisch, das ihm das Sabol, auf das er immer gut anspricht, gut durch die Stehzeit geholfen hat und das anfallende Sekret einigermaßen flüssig gehalten hat. Bin gespannt, was so alles rauskommt, wenn er sich nun langsam steigernd wieder bewegen darf.

    Gladur und ich spazieren durch den Wald
    Waldspaziergang

    English Summary

    Here’s a little update from the last months, as I realised that my blog looks like those which I personally don’t like that much, as they do lack real input and everyday stories in favour of pretty pictures and witty quotes. But now I see how fast one can end up to post such stuff, when time is sparse.

    So here is more of the everyday life in the pony world- which includes setbacks and little dramas, it is not always fluffy hearts flying around and stuff.

    So end of November, Gladur frolicked over the sandplace, celebrating himself and his speed and ability to buck around, when he must have taken a misstep and ended up lame. It seemed light at first, but in the next morning this updated to „serious“. So his trusted team of health care people rushed to the aid and gave him treatment. Yet still, what needs a sprained ankle most? Yes, time and quiet. So he got that.

    He walked fine pretty soon again, but was still lame in trot and when the vet bent his injured pastern, we got cleared for moving around in a walk and did just that. And he got gradually better and better. Today he is seemingly clear of all trouble, so with the New Year, he will slowly get back to work.

    The big question is what his lung has done in this time, though. Being forced to rest is not good for a horse with COB/RAO. Still, I am vaguely optimistic that we got off lightly, as he is showing no major symptoms of getting worse. His frequency of breathing is normal for him, his nostrils are small and he snorts a lot, apparently having fluid secretion instead of clogging up sneakily. What’s up in there will become visible now that he will get a slowly increasing workload which will help him rid himself of any bothering mucus and other stuff in his airways, if there is any.